Wiesbadens Karneval ehrt seine stillen Helden mit dem Narrischen Stadtorden
Grzegorz LoosWiesbadens Karneval ehrt seine stillen Helden mit dem Narrischen Stadtorden
Wiesbadens Karnevalsgemeinschaft ehrt ihre stillen Helden
Bei einer besonderen Feier versammelte sich Wiesbadens Karnevalsgemeinschaft, um ihre unbesungenen Heldinnen und Helden zu würdigen. Über 40 Ehrenamtliche erhielten den Narrischen Stadtorden für ihr Engagement, mit dem sie die Traditionen der Stadt lebendig halten. Die vom Dacho ausgerichtete Veranstaltung rückte all jene in den Mittelpunkt, die im Hintergrund unermüdlich dafür sorgen, dass der Karneval überhaupt stattfinden kann.
Im festlich geschmückten Bankettsaal versammelten sich rund 160 Gäste, um das oft unsichtbare Engagement von Menschen zu ehren, die sonst selten im Rampenlicht stehen. Ob Familien, die die Sache unterstützen, oder langjährige Organisatorinnen und Organisatoren – die Zeremonie lenkte den Blick auf das Rückgrat von Wiesbadens lebendiger Karnevalskultur.
Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende eröffnete den Abend mit einer Rede, in der er die verbindende Kraft des Karnevals betonte. Er lobte die Ehrenamtlichen dafür, dass sie Traditionen bewahren und das Gemeinschaftsgefühl in der Stadt stärken.
Im Mittelpunkt der Feier standen 48 Preisträgerinnen und Preisträger, die für ihre herausragenden Verdienste mit dem Narrischen Stadtorden ausgezeichnet wurden. Ihre Namen, Lebensläufe und ihr Engagement in örtlichen Karnevalsvereinen wurden präsentiert – eine längst fällige öffentliche Würdigung für jahrelange Arbeit. Viele von ihnen haben jahrzehntelang Events organisiert, die Logistik koordiniert oder im Stillen unterstützt – oft lange bevor die ersten Fanfaren erklingen und noch, wenn das letzte "Helau" verhallt ist.
Eine Ehrenformation betrat die Bühne und symbolisierte die Einheit und Vielfalt der mehr als 115 Wiesbadener Karnevalsvereine. Diese Gruppen, koordiniert vom Dacho und der Interessengemeinschaft Mittelrheinischer Karneval (IGMK), bilden das Herzstück der städtischen Feiern. Die Darstellung unterstrich, wie die Zusammenarbeit den Karnevalsgeist Jahr für Jahr neu entfacht.
Ein Höhepunkt des Abends war die unterhaltsame Ansprache des Kinderprinzenpaars, Viktoria I. und Noah I. Mit ihrem witzigen, gereimten Vortrag begeisterten sie das Publikum und lebten damit die Karnevalstradition der spielerischen Gesellschaftskritik. Die jungen Majestäten verbanden Humor mit Verantwortung und verkörperten so den Geist der Veranstaltung – eine Mischung aus Spaß und gesellschaftlichem Kommentar.
Hinter den Kulissen würdigte die Feier auch das größere Netzwerk, das den Karneval trägt: Partnerinnen und Partner, Familien und unsichtbare Helferinnen und Helfer, die die Narrenkultur der Stadt am Leben erhalten. Ihr Einsatz sorgt dafür, dass der Karneval ein Ort für Lachen, Satire und die Reflexion über die Gesellschaft bleibt.
Die Verleihung des Narrischen Stadtordens endete mit einer erneuten Wertschätzung für die Ehrenamtlichen, die den Wiesbadener Karneval erst möglich machen. Ob sie Umzüge organisieren, Kostüme entwerfen oder einfach Unterstützung leisten – ihr Engagement hält die Tradition lebendig. Die Veranstaltung erinnerte daran, dass der Karneval von der Leidenschaft seiner Akteurinnen und Akteure lebt – auf und hinter der Bühne.






