25 March 2026, 06:30

Wie Volkswagen seine Logistik in 20 Jahren revolutionierte und global aufstellte

Ein hoher Stapel von Containern hinter Maschendrahtzaun, mit einer Straße unten und einem bewölkten Himmel im Hintergrund.

Wie Volkswagen seine Logistik in 20 Jahren revolutionierte und global aufstellte

Die Volkswagen Group hat ihre Geschäftsaktivitäten in den vergangenen zwei Jahrzehnten grundlegend gewandelt. Was einst als Konzern mit fünf Marken und 100 Modellen begann, ist heute auf zwölf Marken und über 300 Fahrzeuge angewachsen. Parallel zu diesem Wachstum hat sich die Lieferkette zu einer der komplexesten und gleichzeitig effizientesten in der Automobilbranche entwickelt.

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Unter der Führung von Thomas Zernechel hat die konzernweite Logistikabteilung – die Konzernlogistik – eine Schlüsselrolle bei der Bewältigung dieser Expansion gespielt. Die Veränderungen umfassen neue Produktionsstandorte, digitale Werkzeuge für Zulieferer sowie ein weitverzweigtes Netz an Transportlösungen über alle Kontinente hinweg.

1997 steuerte Volkswagen noch fünf Marken mit einem einzigen Produktionsschwerpunkt. Heute umfasst der Konzern Premiummarken wie Porsche und Bentley ebenso wie Nutzfahrzeughersteller. Die Modellpalette hat sich verdreifacht und liegt nun bei über 300 Fahrzeugen.

Auch die globale Präsenz des Unternehmens hat sich deutlich ausgeweitet. Die Produktionsstätten verteilen sich mittlerweile auf mehr als 30 Länder mit über 120 Standorten weltweit. 2016 überholte die Region Asien-Pazifik Europa als größten Absatzmarkt von Volkswagen – ein deutlicher Wandel in der Nachfrage. Im selben Jahr lieferte die Gruppe erstmals mehr Fahrzeuge außerhalb Europas aus als innerhalb der Region.

Um die wachsende Komplexität zu bewältigen, hat die Konzernlogistik tiefgreifende Anpassungen vorgenommen: Drei Cross-Docking-Drehscheiben versorgen nun Europa, während in Nordamerika multimarkentaugliche Netze aufgebaut wurden. Zudem wurde der Bestand an universellen Ladungsträgern auf rund 21 Millionen Container auf dem Kontinent ausgeweitet.

Digitale Innovationen haben die Abläufe weiter beschleunigt. Ein neues, cloudbasiertes Modul namens Discovery soll bald an 5.000 europäische Zulieferer ausgerollt werden. Das System automatisiert und standardisiert Versandbenachrichtigungen, reduziert so Verzögerungen und Fehlerquellen.

Trotz des gewachsenen Umfangs sind die Logistikkosten im Verhältnis zu den Gesamtfahrzeugkosten stabil geblieben. Auch die Lieferzeiten von Bestellung bis Auslieferung haben sich verkürzt. Täglich bewegt der Konzern 180 Millionen Bauteile und 40.000 fertige Fahrzeuge, dazu Millionen Lkw-Ladungen, 100.000 Zugtransporte und 250.000 Standardcontainer (TEU) im Seefrachtverkehr. Hinzu kommen jährlich 2,3 Millionen Fahrzeuge, die auf Ro-Ro-Schiffen transportiert werden.

Die Expansion in neue Märkte geht weiter. Seit 2010 ist Vietnam neben Mexiko, Südafrika, China und Brasilien als Produktionsland hinzugekommen; die Fertigung dort soll 2025 starten.

Das Logistiknetz der Volkswagen Group trägt heute ein deutlich größeres und vielfältigeres Geschäft als noch vor 20 Jahren. Mit digitalen Werkzeugen, einer ausgebauten Transportinfrastruktur und einer breiteren globalen Aufstellung bleibt der Konzern trotz gestiegener Komplexität effizient. Die nächste Phase sieht eine noch stärkere Technologieintegration und Optimierung der Lieferketten vor – passend zur wachsenden Produktionsbasis.

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