Wie Extremismus auf TikTok und Co. junge Nutzer:innen erreicht – eine Bestandsaufnahme in Celle
Grzegorz LoosWie Extremismus auf TikTok und Co. junge Nutzer:innen erreicht – eine Bestandsaufnahme in Celle
Veranstaltung in Celle untersucht Verbreitung von Extremismus auf TikTok, Instagram Reels und YouTube Shorts
Bei einer kürzlichen Veranstaltung in Celle stand die Ausbreitung extremistischer Inhalte auf Plattformen wie TikTok, Instagram Reels und YouTube Shorts im Mittelpunkt. Organisiert vom Netzwerk zur Stärkung demokratischer Strukturen, wurden in verschiedenen Workshops untersucht, wie soziale Medien junge Nutzer:innen beeinflussen – mit besonderem Fokus auf Algorithmen, emotionale Trigger und die Gefahren vereinfachter politischer Botschaften.
Am Vormittag nahmen Schüler:innen aus drei lokalen Schulen teil. Neunt- und Zehntklässler:innen diskutierten, wie extremistische Ideen online verbreitet werden und welchen Einfluss sie auf den Alltag haben. Die Nutzung sozialer Medien durch 12- bis 17-Jährige in Niedersachsen hat in den letzten Jahren stark zugenommen: 2021 nutzten 35 Prozent täglich TikTok, 2026 waren es bereits 72 Prozent (JIM-Studie 2026). Auch andere Kurzvideo-Plattformen verzeichneten ein ähnliches Wachstum – von 45 auf 81 Prozent im selben Zeitraum.
Am Nachmittag trafen sich Pädagog:innen und Vertreter:innen aus der Zivilgesellschaft zu einer separaten Runde. Sie analysierten digitale Radikalisierungsprozesse und erörterten Gegenstrategien gegen schädliche Inhalte. Die Organisator:innen wiesen darauf hin, dass politische Beiträge auf diesen Plattformen oft auf emotionale Appelle setzen – statt auf überprüfbare Fakten.
Zum Abschluss bedankte sich das Netzwerk zur Stärkung demokratischer Strukturen bei allen Teilnehmenden für ihr Engagement. Ziel der Veranstaltung war es, das Bewusstsein für die Online-Präsenz von Extremismus und dessen reale Folgen zu schärfen.
Die Workshops boten praktische Einblicke, wie Algorithmen die Sichtbarkeit von Inhalten steuern. Schulen und lokale Initiativen verfügen nun über konkretere Ansätze, um Extremismus in digitalen Räumen zu begegnen. Die Organisator:innen hoffen, dass die Diskussionen zu einem reflektierteren Medienumgang unter Jugendlichen beitragen werden.






