06 February 2026, 04:55

Weibliche Genitalverstümmelung: Warum 230 Millionen Mädchen und Frauen noch immer leiden

Eine Schwarz-Weiß-Zeichnung einer Reihe von Frauen in langen, gemusterten Kleidern mit den Worten "Frauenwahlrecht" oben und einer Erinnerung an ihre Kämpfe unten.

Weibliche Genitalverstümmelung: Warum 230 Millionen Mädchen und Frauen noch immer leiden

Weibliche Genitalverstümmelung bleibt ein weitverbreitetes, aber oft verborgenes Problem

Weltweit sind Millionen Frauen und Mädchen von weiblicher Genitalverstümmelung (FGM) betroffen – ein grausamer Brauch, der trotz globaler Gegenmaßnahmen fortbesteht. Neue Zahlen zeigen, dass etwa 230 Millionen Frauen und Mädchen dieser Praxis unterzogen wurden, davon allein 30 Millionen in den letzten zehn Jahren. Jährlich sind weitere 4,4 Millionen Mädchen gefährdet.

FGM wird meist vor der Pubertät durchgeführt und umfasst verschiedene Formen der genitalen Veränderung. Die Folgen sind oft schwerwiegend: von chronischen Schmerzen und Infektionen bis hin zu lebensbedrohlichen Komplikationen bei Geburten. Viele Betroffene leiden zudem unter langfristigen psychischen Traumata.

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In Europa leben schätzungsweise 600.000 Frauen und Mädchen mit den Spätfolgen von FGM. Die Praxis ist in mindestens 94 Ländern dokumentiert, doch nur 58 haben sie explizit unter Strafe gestellt. Besorgniserregend ist der zunehmende Trend zur Medikalisierung der Verstümmelung: Mittlerweile wird jede vierte Prozedur von medizinischem Fachpersonal durchgeführt – was den Eindruck erwecken könnte, die Praxis sei gesellschaftlich akzeptabel.

Die Vereinten Nationen haben sich das Ziel gesetzt, FGM bis 2030 abzuschaffen. Doch der Fortschritt stockt: Präventionsprogramme sind unterfinanziert, und tief verwurzelte kulturelle Normen behindern die Bemühungen. Ohne entschlossenes Handeln droht das Ziel in weite Ferne zu rücken.

Die Zahlen steigen weiter, während die Umsetzung von Verboten in vielen Ländern lückenhaft bleibt. Die zunehmende Medikalisierung erschwert die Bekämpfung zusätzlich. Um FGM endlich zu beenden, sind dringend mehr internationale Zusammenarbeit und finanzielle Mittel nötig.