12 December 2025, 23:27

Warum viele Bäuerinnen ohne Altersvorsorge und Arbeitsvertrag dastehen

Ein Plakat mit Bildern von Frauen und begleitendem Text.

Warum viele Bäuerinnen ohne Altersvorsorge und Arbeitsvertrag dastehen

Altersvorsorge für Frauen in der Landwirtschaft: 'Früher ein unromantisches Thema'

Teaser: Nur 44 % der Frauen, die in landwirtschaftliche Betriebe einheiraten, fühlen sich für den Ruhestand ausreichend abgesichert. Ein strukturelles Problem.

Artikeltext: Jahre lang arbeitete Ida Seifert unentgeltlich und ohne Sozialleistungen auf dem Hof ihres Mannes – wie viele Frauen in der Landwirtschaft hatte sie weder einen Arbeitsvertrag noch finanzielle Absicherungen. Ihre Geschichte steht exemplarisch für ein weitverbreitetes Problem von Frauen, die in bäuerliche Familien einheiraten.

Anfangs ignorierte Seifert den Rat, ihre finanzielle Zukunft mit einer schriftlichen Vereinbarung abzusichern. Jahrelang arbeitete sie lange Stunden auf dem Hof, ohne Lohn oder Sozialversicherung. Erst später erhielt sie einen offiziellen Arbeitsvertrag mit entsprechenden Leistungen.

Studien zeigen, dass 80 % der Frauen in ähnlichen Situationen weder Eheverträge noch Regelungen für den Fall einer Trennung oder des Todes ihres Partners haben. Das macht sie verwundbar, wenn Beziehungen scheitern oder Partner versterben. Eine Umfrage ergab zudem, dass sich nur 44 % dieser Frauen für den Ruhestand finanziell abgesichert fühlen.

Wiebke Wennemer, Expertin der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, betont, wie wichtig es ist, früh klare finanzielle Rahmenbedingungen zu schaffen. Sie rät Paaren, Verträge und Altersvorsorge zu besprechen, bevor sie eine Familie in der Landwirtschaft gründen. Wennemer, die im Land Niedersachsen tätig ist, hält häufig Vorträge in Cloppenburg und Lingen-Brögbern, um für das Thema zu sensibilisieren.

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Seiferts Erfahrung spiegelt ein flächendeckendes Problem in ländlichen Gemeinschaften wider: Ohne formale Absprachen fehlt vielen Frauen die Sicherheit in Sachen Bezahlung, Sozialleistungen und Altersvorsorge. Fachleute mahnen weiterhin, diese Fragen anzugehen, bevor langfristige Verpflichtungen in der Landwirtschaft eingegangen werden.