21 January 2026, 19:15

Warum Deutschlands Spitzenküchen noch immer Männerdomänen sind – trotz Fortschritten

Zwei Frauen stehen in einer Küche umgeben von verschiedenen Lebensmitteln und Küchenutensilien auf der Arbeitsplatte, mit einem Gasherd auf der rechten Seite und Flaschen, einem Kamin und einer Backsteinwand im Hintergrund.

Warum Deutschlands Spitzenküchen noch immer Männerdomänen sind – trotz Fortschritten

Deutschlands kulinarische Welt bleibt stark männlich geprägt – trotz wachsender Bemühungen um mehr Gleichberechtigung. Im Jahr 2025 hielten nur 14 Köchinnen einen Michelin-Stern, während es bei ihren männlichen Kollegen 337 waren. Gleichzeitig kämpfen Küchenchefinnen im ganzen Land mit neuen Initiativen und Projekten für bessere Repräsentation und Arbeitsbedingungen.

In Hamburg zeigt sich die Schieflage bereits in der Ausbildung. 2023 begannen weniger Frauen als Männer eine kulinarische Lehre, doch 2024 gab es einen leichten Wandel: Erstmals stellten Frauen bundesweit die Mehrheit unter den ausgebildeten Köch:innen. Dennoch bleiben Führungspositionen rar – nur 33 Prozent der Spitzenjobs in der Gastronomie sind mit Frauen besetzt.

Einige Köchinnen nehmen die Sache selbst in die Hand. Zora Klipp, Küchenchefin im Café Weidenkantine und im Restaurant Blattgold, setzt auf pflanzenbasierte Gerichte und stellt gleichzeitig traditionelle Küchenhierarchien infrage. Clara Hunger, eine weitere Hamburger Köchin, eröffnete kürzlich Nullkommaeins, eine Pop-up-Bar im Stadtteil St. Pauli, und bringt damit frischen Schwung in die lokale Food-Szene. Vernetzung und Sichtbarkeit stehen im Fokus. Die Food-Journalistin Denise Wachter startete Chefkoch, eine Plattform, die Deutschlands führende Köchinnen vernetzt. Das Verzeichnis findet zunehmend Beachtung – sogar Produktionsfirmen greifen mittlerweile darauf zurück, um weibliche Talente für TV-Formate zu gewinnen. Viele Frauen in der Branche fordern zudem familienfreundliche Arbeitsmodelle, um Karrierewege langfristig attraktiver zu gestalten.

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Trotz Fortschritten zeigen die Zahlen nach wie vor eine tiefe Ungleichheit. Die Diskrepanz bei den Michelin-Sternen – 14 Frauen gegenüber 337 Männern – macht deutlich, wie weit der Weg zur Gleichberechtigung noch ist.

Die Bewegung für Veränderung gewinnt an Fahrt, von Ausbildungsprogrammen bis hin zu prominenten Plattformen. Immer mehr Frauen drängen in die Branche, und Initiativen wie Chefkoch verbessern die Sichtbarkeit. Doch das zögerliche Tempo bei der Besetzung von Führungspositionen und der Anerkennung durch Auszeichnungen zeigt: Der Weg zur Gleichstellung bleibt lang.