19 June 2026, 16:22

Verurteilter Mörder flieht aus Haft – und wird nach 24 Stunden in Italien geschnappt

Flucht wirft Fragen auf: Mörder bekommt Tagesausgang - Wie kann das sein?

Verurteilter Mörder flieht aus Haft – und wird nach 24 Stunden in Italien geschnappt

Ein wegen Mordes verurteilter Straftäter, Benjamin F., entkam während eines begleiteten Ausgangs aus der Justizvollzugsanstalt Celle in Peine. Nach etwa 24 Stunden wurde er wieder gefasst – der Vorfall wirft jedoch Fragen zur Sicherheitspolitik in niedersächsischen Haftanstalten auf.

Nach Paragraf 13 des Niedersächsischen Justizvollzugsgesetzes können lebenslang Inhaftierte nach mindestens zehn Jahren Haft Urlaub erhalten. Benjamin F. hatte zwar erst die Acht-Jahres-Grenze erreicht, galt aber als geringes Fluchtrisiko. Zuvor hatte er bereits 38 begleitete Ausgänge ohne Zwischenfälle absolviert.

Bei diesem Ausflug floh er zu einem Besuch bei seiner Mutter nach Vöhrum. Seine Flucht setzte sich auf einem Motorrad fort, bis er in Italien in einen Verkehrsunfall verwickelt war. Kurz darauf wurde er von den Behörden festgenommen und in Gewahrsam zurückgeführt.

Die CDU-Landtagsfraktion in Niedersachsen hat seitdem die Entscheidungsgrundlagen für solche Lockerungen infrage gestellt. Der Vorfall hat eine Überprüfung der Risikobewertung bei Ausgängen für Hochsicherheitshäftlinge ausgelöst.

Benjamin F. sitzt mittlerweile wieder in Haft. Die Flucht und die erneute Festnahme haben Forderungen nach strengeren Kontrollen bei Ausgängen für verurteilte Mörder laut werden lassen. Die zuständigen Stellen könnten die Kriterien für die Gewährung solcher Privilegien neu bewerten.

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