Verfassungsschutz fordert politische Bildung schon in der Grundschule gegen Radikalisierung
Franjo HandeVerfassungsschutz-Präsident: Politik bereits in der Grundschule - Verfassungsschutz fordert politische Bildung schon in der Grundschule gegen Radikalisierung
Der Leiter des niedersächsischen Verfassungsschutzes hat Schulen aufgefordert, politische Bildung bereits für jüngere Schüler einzuführen. Dirk Pejril warnte, dass Kinder zunehmend radikalen Ansichten in sozialen Medien ausgesetzt seien. Sein Vorschlag zielt darauf ab, demokratische Werte schon in der Grundschule zu vermitteln, um solchen Einflüssen frühzeitig entgegenzuwirken.
Bisher beginnt die politische Bildung in Niedersachsen erst in der siebten Klasse. Pejril hält dies für zu spät, da bereits Grundschüler im Internet mit extremistischem Gedankengut konfrontiert werden. Sein Appell folgt Berichten über Schüler, die in Klassenräumen offen umstrittene Positionen vertreten – etwa zur Remigration oder zur Unterstützung der AfD.
Der Landesschülerrat unterstützt die Initiative und fordert altersgerechten Politikunterricht für Grundschulen. Bildungsministerin Julia Willie Hamburg lehnte den Vorschlag jedoch ab und verwies auf den Mangel an qualifizierten Lehrkräften in der Region.
Während andere Bundesländer ihre Schwerpunkte auf Sprachförderung, Mathematikstandards und Grundkompetenzen legen, gibt es für Grundschüler keine dokumentierten Initiativen zur politischen Bildung. Die Bundeszentrale für politische Bildung stellt zwar Materialien wie HanisauLand für Kinder bereit, doch ein flächendeckender Einsatz in Schulen ist nicht nachweisbar.
Pejrils Vorstoß unterstreicht die Sorge vor früher Radikalisierung durch soziale Medien. Ohne zusätzliche Lehrkapazitäten wird Niedersachsen politische Bildung in Grundschulen jedoch vorerst kaum einführen können. Die Debatte wirft grundsätzliche Fragen auf: Wie und wann sollten demokratische Werte an junge Lernende vermittelt werden?






