Traditionsgroßhändler FDBS aus Braunschweig meldet überraschend Insolvenz an
Magdalena HertrampfTraditionsgroßhändler FDBS aus Braunschweig meldet überraschend Insolvenz an
Fleischer-Dienst Braunschweig eG (FDBS) beantragt Insolvenzverfahren
Die Fleischer-Dienst Braunschweig eG (FDBS), ein traditionsreicher Lebensmittel-Großhändler in Niedersachsen, hat Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen beliefert Kunden mit über 15.000 Produkten und beschäftigt rund 100 Mitarbeiter. Trotz der finanziellen Schwierigkeiten wird der Betrieb während des Verfahrens vorerst wie gewohnt weitergeführt.
Die Insolvenz ist das Ergebnis einer Reihe von Herausforderungen, darunter sinkende Verbrauchernachfrage, steigende Material- und Energiekosten sowie strukturelle Veränderungen auf dem Markt. Zudem belastete die Zahlungsunfähigkeit eines Geschäftspartners die finanzielle Situation zusätzlich. FDBS, das einen Jahresumsatz von über 30 Millionen Euro erwirtschaftet, ist spezialisiert auf hochwertige Fleischerei- und Gastronomiebedarfswaren sowie auf Dienstleistungen außerhalb des Lebensmittelbereichs, etwa Marketing und technische Unterstützung.
Tobias Hartwig von der Kanzlei Schultze & Braun wurde zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Seine Aufgabe besteht darin, mögliche Sanierungsoptionen zu prüfen, um das Unternehmen zu stabilisieren. Die Arbeitsplätze der Mitarbeiter sind zunächst bis mindestens Ende des Jahres gesichert, mit dem Ziel, die langfristige Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Der Verwalter sieht gute Chancen, dass FDBS als Großhandelsunternehmen fortgeführt werden kann. Das Unternehmen plant, die aktuelle Situation zu nutzen, um Nachhaltigkeits- und Energiesparmaßnahmen voranzutreiben. Kundenzulieferungen und Dienstleistungen außerhalb des Lebensmittelbereichs werden ohne Unterbrechung fortgesetzt.
Die Insolvenz folgt kurz auf den Zusammenbruch eines weiteren Fleisch- und Wurstherstellers in Niedersachsen, bei dem 379 Beschäftigte von den steigenden Kosten betroffen waren.
FDBS wird den Betrieb vorerst wie gewohnt aufrechterhalten, während Sanierungsmöglichkeiten geprüft werden. Die Zukunft des Unternehmens hängt davon ab, die Geschäftsabläufe zu stabilisieren und sich an die Marktbedingungen anzupassen. Nähere Details zu langfristigen Restrukturierungsplänen wurden bisher nicht bekannt gegeben.






