Tödlicher Angriff auf Zugbegleiter: Warum Bahnmitarbeiter weiterhin ungeschützt sind
Grzegorz LoosTödlicher Angriff auf Zugbegleiter: Warum Bahnmitarbeiter weiterhin ungeschützt sind
Gewalt gegen Bahnmitarbeiter bleibt drängendes Problem nach tödlichem Angriff auf Zugbegleiter in Rheinland-Pfalz
Nach dem tödlichen Angriff auf einen 36-jährigen Zugbegleiter in Rheinland-Pfalz im vergangenen Februar bleibt Gewalt gegen Bahnbeschäftigte ein akutes Problem. Seit Jahren liegen die jährlichen Angriffe stabil über 3.000 – das entspricht durchschnittlich etwa acht Vorfällen pro Tag. Nun streiten Gewerkschaften und Verkehrsverantwortliche darüber, wie Mitarbeiter besser geschützt werden können.
Nach dem Tod des Zugbegleiters forderte die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) verpflichtende Zweier-Teams in Zügen. Gewerkschaftschef Martin Burkert warnte, ohne diese Maßnahme werde sich die Gewalt gegen Beschäftigte im Kundenservice weiter verschärfen. Die Verkehrsministerkonferenz lehnte den Vorschlag jedoch ab und argumentierte, die Personalplanung solle regional und bedarfsgerecht erfolgen.
Die Deutsche Bahn hat inzwischen Körperkameras für Service-Teams eingeführt und die Kontrollen von Ausweisen bei Fahrkartenprüfungen vorläufig ausgesetzt. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder kündigte zudem an, die bestehenden Sicherheitsvorkehrungen bis Ende April überprüfen zu lassen.
Einig waren sich die Minister immerhin bei einer bundesweiten Regelung: Ein Verbot von Waffen und Messern im Personenverkehr. Zudem laufen Gespräche über eine verstärkte Videoüberwachung an Bahnhöfen, wobei die Finanzierung im bestehenden Haushalt bleiben muss.
Während die Angriffe weiter auf hohem Niveau bleiben, harren die Schutzmaßnahmen einer endgültigen Lösung. Die neuen Richtlinien der Deutschen Bahn und die geplante Überprüfung könnten Veränderungen bringen, doch die Gewerkschaften fordern weitere Schritte. Bis auf Weiteres werden regionale Entscheidungen die Personalstärke bestimmen, während das Waffenverbot voranschreitet.






