30 March 2026, 10:33

Tausende protestieren in NRW gegen sexualisierte Gewalt und digitale Bedrohungen

Gruppe von Menschen bei einer Protest- oder Demonstrationskundgebung, die Schilder und Transparente trägt.

Tausende protestieren in NRW gegen sexualisierte Gewalt und digitale Bedrohungen

Tausende gingen am Wochenende in Nordrhein-Westfalen auf die Straße, um gegen sexualisierte Gewalt zu protestieren. Die Demonstrationen in Köln und Bonn folgten einer Welle öffentlicher Empörung nach Bekanntwerden von Vorwürfen digitaler Gewalt gegen die Schauspielerin Collien Fernandes. Die Veranstalter betonten die Notwendigkeit stärkerer gesetzlicher Schutzmaßnahmen und eines Umdenkens in der Gesellschaft im Umgang mit Frauenfeindlichkeit.

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Die Proteste begannen am Samstag in Köln, wo mehr als 5.000 Menschen gegen sexualisierte Gewalt demonstrierten. Die Kundgebung fand vor dem Hintergrund wachsender Empörung über eine Untersuchung des Spiegel aus dem Jahr 2023 statt, in der Fernandes ihrem Ex-Mann, dem Schauspieler Christian Ulmen, digitale Gewalt vorwarf. Seitdem hat sich die Debatte ausgeweitet – etwa auf Bedrohungen durch Deepfakes und Online-Belästigung. NGOs wie HateAid fordern neue Straftatbestände, lehnen aber eine Klarnamenpflicht ab.

Am folgenden Tag versammelten sich in Bonns Innenstadt Hunderte, darunter über 500 Demonstranten vor dem alten Rathaus. Die Veranstaltung wurde von einem Bündnis aus Bonner Stadtratsparteien organisiert – Grünen, CDU, SPD und Volt –, was die breite politische Unterstützung zeigt. Jeder Redner bei der Kundgebung rief Männer dazu auf, mehr Verantwortung im Kampf gegen frauenfeindliches Verhalten zu übernehmen.

Kritik richtete sich auch gegen politische Führungspersönlichkeiten. Tim Achtermeyer, Co-Vorsitzender der Grünen in Nordrhein-Westfalen, warf Bundeskanzler Friedrich Merz vor, sich nicht ausreichend für strengere Gesetze zum Schutz von Frauen einzusetzen. Gleichzeitig nutzten CDU-Politikerinnen aus der Frauen-Union der Partei die Plattform, um stärkere Schutzmaßnahmen zu fordern. Justizministerin Stefanie Hubig hatte zuvor gewarnt, dass solche Gewalt sowohl die Demokratie als auch die politische Teilhabe von Frauen bedroht.

Die Proteste in Köln und Bonn unterstreichen die wachsende öffentliche Forderung nach Maßnahmen gegen sexualisierte Gewalt. Mit Appellen an Rechtsreformen und gesellschaftlichen Wandel bleibt das Thema auf der politischen und sozialen Agenda. Organisatoren und Teilnehmer machten deutlich, dass der Druck auf Politiker und Institutionen weiter aufrechterhalten wird.

Quelle