Streit um Arbeitszeitreform: Connemann lehnt Bas' Entwurf als "wirtschaftlich verfehlt" ab
Elfie ZiegertStreit um Arbeitszeitreform: Connemann lehnt Bas' Entwurf als "wirtschaftlich verfehlt" ab
Gitta Connemann, die Beauftragte der Bundesregierung für Mittelstand und kleine Unternehmen, hat einen durchgesickerten Entwurf für eine Reform des Arbeitszeitgesetzes zurückgewiesen. Der Entwurf stammt aus dem Bundesarbeitsministerium unter Leitung von Bárbel Bas und schlägt weitreichende Änderungen der bestehenden Regelungen vor.
Im Koalitionsvertrag war vereinbart worden, die Möglichkeit einzuführen, wöchentliche statt tägliche Höchstarbeitszeiten festzulegen. Zudem sollte die Bürokratie für Unternehmen abgebaut werden. Der aktuelle Entwurf beschränkt flexible wöchentliche Arbeitszeiten jedoch auf Betriebe, die unter Tarifverträge fallen.
Laut Entwurf würde Nachtarbeit im Durchschnitt auf acht Stunden pro 24-Stunden-Zeitraum begrenzt. Auch Vertrauensarbeitszeit wäre zulässig. Connemann kritisiert jedoch, dass der Plan das Koalitionsversprechen bricht, indem er nicht tarifgebundene Beschäftigte und kleine sowie mittlere Unternehmen (KMU) ausschließt.
Sie warnt, dass eine solche Ausgrenzung wirtschaftlich verfehlt und politisch nicht tragbar sei. Zudem gebe Connemann zu bedenken, dass neue Regelungen zur Arbeitszeiterfassung unnötige Bürokratie mit sich bringen könnten. Die EU-Arbeitszeitrichtlinie schreibt bereits vor, dass die durchschnittliche Wochenarbeitszeit in jedem Siebentageszeitraum auf 48 Stunden begrenzt werden muss.
Die vorgeschlagenen Reformen stoßen bei Connemann auf scharfe Ablehnung. Sie ist der Ansicht, dass sie kleine und mittlere Unternehmen ungerechtfertigt benachteiligen und die versprochene Flexibilität nicht bieten. Die Debatte zeigt die Spannungen zwischen Arbeitsmarktreformen und administrativen Belastungen auf.
