19 March 2026, 10:50

Spritpreise explodieren: Warum Deutschland besonders stark betroffen ist

Plakat mit einem Zug auf Eisenbahnschienen mit mehreren Menschen in der Nähe, das "The American Jobs Plan Will Expand Affordable Public Transportation" bewirbt.

Gewerkschaftsfraktion fordert höhere Kilometergeldzuschläge aufgrund höherer Kraftstoffpreise - Spritpreise explodieren: Warum Deutschland besonders stark betroffen ist

Spritpreise in Deutschland steigen seit Eskalation im Nahen Osten stark an

Seit der Zuspitzung des Konflikts im Nahen Osten sind die Kraftstoffpreise in Deutschland deutlich gestiegen. Die Preissprünge belasten Autofahrer hierzulande stärker als in vielen anderen EU-Ländern und lösen Forderungen nach finanzieller Entlastung aus. Nun drängen politische und gewerkschaftsnahe Gruppen auf Maßnahmen, um Pendler und Arbeitnehmer zu entlasten.

Schon vor der jüngsten Eskalation des Iran-Konflikts Ende Februar 2026 zählte Deutschland zu den Ländern mit den höchsten Spritpreisen in Europa. 2025 kostete Super E10 im Schnitt etwa 1,74 Euro pro Liter, wobei Steuern rund 61 Prozent des Preises ausmachten. Seither sind die Netto-Dieselpreise in Deutschland um 44 Prozent gestiegen – im EU-Durchschnitt lag der Anstieg bei 29 Prozent. Auch die Netto-Benzinpreise kletterten um 29 Prozent, während sie im EU-Raum im Schnitt nur um 16 Prozent zunahmen. Beide Steigerungen liegen damit deutlich über dem globalen Ölpriesanstieg von 27 Prozent.

Die Arbeitnehmerflügel von CDU und CSU reagieren darauf mit der Forderung nach höheren Erstattungen für dienstliche Fahrten. Sie schlagen vor, die steuerfreie Kilometerpauschale von 30 Cent auf 38 Cent pro Kilometer anzuheben und damit an die aktuelle Pendlerpauschale anzupassen. Zwei rechtliche Wege werden diskutiert: entweder eine Änderung des Bundesreisekostengesetzes oder die Anwendung des höheren Pendlersatzes im Rahmen der bestehenden Regelungen.

Zudem fordern die Arbeitnehmervertreter ein steuerfreies Mobilitätszuschlag. Dieser soll über Tarifverhandlungen ausgehandelt und von Arbeitgebern an Beschäftigte mit hohen Fahrtkosten gezahlt werden. Unterdessen bereitet der Bundestag die Debatte über einen Gesetzentwurf vor, der extreme Preisschwankungen bei Kraftstoffen eindämmen soll. Geplant sind unter anderem eine Beschränkung von Preiserhöhungen auf einmal täglich sowie verschärfte Kartellregeln gegen marktbeherrschende Mineralölkonzerne.

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Die vorgeschlagenen Änderungen zielen darauf ab, die finanzielle Belastung für Arbeitnehmer angesichts weiter steigender Spritkosten zu verringern. Falls umgesetzt, könnten die höhere Kilometerpauschale und der Mobilitätszuschlag direkte Entlastung bringen. Die Bundestagsdebatte über Preisobergrenzen und Kartellreformen könnte zudem langfristig beeinflussen, wie die Kraftstoffkosten künftig geregelt werden.

Quelle