Sicherer Raum: Junge Muslim:innen diskutieren über Antisemitismus und Rassismus ohne Tabus
Grzegorz LoosSicherer Raum: Junge Muslim:innen diskutieren über Antisemitismus und Rassismus ohne Tabus
Ein neues Projekt in Niedersachsen hilft jungen Muslim:innen, heikle Themen wie Antisemitismus und Rassismus ohne Angst vor Vorwürfen zu diskutieren. Unter der Leitung von Dua Zeitun von MUJOS e.V. bietet die Initiative Workshops an, in denen Teilnehmende kritische Meinungen in einem strukturierten und toleranten Rahmen äußern können. Viele junge Muslim:innen berichten, dass sie sich in Debatten über den Nahostkonflikt oft zum Schweigen gebracht fühlen – aus Sorge, pauschal als Antisemit:innen abgestempelt zu werden.
Das Programm mit dem Titel "Wie gehen wir mit Antisemitismus und antimuslimischem Rassismus um?" läuft ein Jahr lang und umfasst vier bis fünf Module zu verschiedenen Schwerpunktthemen. Es richtet sich an Studierende und junge Menschen, die als muslimisch wahrgenommen werden, und bietet ihnen einen Raum für Begegnung, Diskussion und das Erlernen von Argumentationstechniken. Ziel ist es, sie darin zu bestärken, ihre Positionen fundiert und demokratisch engagiert zu vertreten.
Die Workshops werden von Expert:innen mit muslimischem Hintergrund geleitet, die zu offener Auseinandersetzung anregen – selbst bei kontroversen Themen. Dabei gab es bereits Situationen, in denen Teilnehmende antisemitische Äußerungen wiederholten oder islamistische Prediger zitierten. Solche Momente werden jedoch direkt im Rahmen der Sessions aufgegriffen. Indem Antisemitismus und antimuslimischer Rassismus gemeinsam thematisiert werden, soll das Programm ein tieferes Verständnis dafür schaffen, wie sich Vorurteile äußern.
Gefördert wird das Projekt vom Niedersächsischen Präventionsrat und dem Landesdemokratiezentrum im Rahmen der Bundesinitiative "Demokratie leben!" In diesem Jahr liegt der Fokus auf Argumentationstrainings, die junge Menschen darin unterstützen, ihre Standpunkte überzeugender zu formulieren.
Die Initiative stattet junge Muslim:innen mit Werkzeugen aus, um sich auch in schwierigen Gesprächen einzubringen und politisch aktiv zu bleiben. Durch die Schaffung eines geschützten Raums für Debatten soll das Vertrauen in demokratische Prozesse gestärkt werden. Die Workshops finden das ganze Jahr über statt, mit Plänen, das Angebot unter Studierenden und jungen Erwachsenen weiter auszubauen.






