Sexismus-Vorwürfe gegen Wellyou: Provokante Fitness-Werbung entfacht landesweite Debatte
Franjo HandeSexismus-Vorwürfe gegen Wellyou: Provokante Fitness-Werbung entfacht landesweite Debatte
Eine neue Werbekampagne des Fitnessstudio-Betreibers Wellyou hat landesweit für scharfe Kritik gesorgt. In den Videos und auf Plakaten sind nackte, durchtrainierte Menschen zusammen mit provokanten Slogans zu sehen. Viele werfen dem Unternehmen vor, Fitness zu sexualisieren und sexistische Botschaften zu verbreiten.
Zu der Kampagne gehört ein Video mit Untertiteln wie "Halt die Klappe, heb den Hintern, mach die Beine breit" – gerichtet an Frauen. Für Männer lautet ein weiterer Spruch: "Bis du endlich den größten hast." Nutzer in sozialen Medien reagierten empört und bezeichneten die Inhalte als unangemessen und entwürdigend.
Beim Deutschen Werberat sind Dutzende Beschwerden eingegangen – eine ungewöhnlich hohe Zahl für eine einzelne Kampagne. Zwar kann der Rat Werbung nicht direkt verbieten, prüft aber Fälle und gibt Stellungnahmen ab, wobei die meisten Kampagnen letztlich keine Konsequenzen nach sich ziehen. Unterdessen verurteilte auch die Landesfrauenbeauftragte Bremen das Material als sexistisch.
Wellyou verteidigt die Kampagne und behauptet, sie fördere Kraft, Disziplin und Selbstbewusstsein durch Training. Sexuelle Absichten hinter den Motiven weist das Unternehmen von sich. Doch es ist nicht das erste Mal, dass Wellyou wegen sexualisierter Werbung in die Kritik gerät.
In Bremen können Bürger sexistische Werbung bei der Frauenbeauftragten melden, die die Entfernung öffentlicher Plakate anordnen kann. Behörden vertrauen darauf, dass öffentlicher Druck Unternehmen zu einer Kurskorrektur bewegt und anstößige Inhalte reduziert.
Die Debatte zeigt, wie umstritten Sexismus in der Werbung nach wie vor ist. Bei Aufsichtsbehörden wurden Beschwerden eingereicht, während Wellyou betont, die Kampagne diene der Fitness-Motivation. Vorerst bleiben die Anzeigen im Umlauf, doch die Behörden beobachten die Entwicklung weiter.






