Schweitzer schließt große Koalition in Rheinland-Pfalz nicht aus – aber nur unter seiner Führung
Magdalena HertrampfSchweitzer: SPD soll lenken, nicht nur mitfahren - Schweitzer schließt große Koalition in Rheinland-Pfalz nicht aus – aber nur unter seiner Führung
Der SPD-Spitzenkandidat in Rheinland-Pfalz, Alexander Schweitzer, hat die Möglichkeit einer großen Koalition mit der CDU nach der anstehenden Landtagswahl nicht ausgeschlossen. Bei einer Wahlkampfveranstaltung in Landau betonte er jedoch, dass er eine künftige Landesregierung lieber selbst führen wolle, als unter einem CDU-Ministerpräsidenten zu dienen. Der Wahlkampf bleibt spannend: Aktuelle Umfragen zeigen beide Parteien in einem engen Kopf-an-Kopf-Rennen um die Mehrheit im Landtag.
Schweitzer sprach vor Anhängern gemeinsam mit den ehemaligen SPD-Ministerpräsidenten Malu Dreyer, Kurt Beck und Rudolf Scharping. Mit Verweis auf seine Herkunft von einem Binnenschiff unterstrich er seine Führungserfahrung und argumentierte, dass das Steuern einer Regierung feste Hände erfordere. Zwar schloss er eine Koalition nicht kategorisch aus, machte aber deutlich, dass er unter einer CDU-geführten Regierung in Mainz nicht als Juniorpartner mitwirken werde, falls die Union mehr Sitze erringe.
Die SPD regiert in Rheinland-Pfalz seit 1991 ununterbrochen. Doch die CDU dominierte einst die Wahlen im Land und holte 2006 über 53 Prozent der Stimmen. Seit 2016 regiert die SPD in Koalitionen mit den Grünen und der FDP – bei der letzten Wahl 2021 lag sie mit 36,3 Prozent knapp vor der CDU (31,8 Prozent). Dieser Wandel steht im Kontrast zu Entwicklungen in ostdeutschen Bundesländern, wo die AfD an Einfluss gewinnt, und zu Bayern, wo die Union (CSU/CDU) weiterhin stark ist.
Schweitzers zurückhaltende Haltung spiegelt den Willen der SPD wider, ihren politischen Einfluss zu bewahren. Obwohl Umfragen ein enges Rennen vorhersagen, zeigte er sich zuversichtlich, eine von der SPD geführte Regierung bilden zu können. Seine wiederholte Betonung, eine Koalition nur unter seiner Führung einzugehen, unterstreicht die hohe Bedeutung der Wahl in einem Land, in dem die Macht seit Jahrzehnten zwischen den beiden Volksparteien hin- und herwechselt.
Das Wahlergebnis wird entscheiden, ob die SPD ihre 33-jährige Regierungszeit in Rheinland-Pfalz verlängert oder eine Rückkehr der CDU erlebt. Schweitzers Bereitschaft, eine große Koalition – allerdings unter seinen Bedingungen – in Betracht zu ziehen, zeigt einen pragmatischen Ansatz in einem hart umkämpften Wahlkampf. Das Ergebnis könnte zudem die politische Landschaft des Landes neu prägen, je nachdem, ob kleinere Parteien als Zünglein an der Waage fungieren.






