Schwarz Digits investiert 11 Milliarden Euro in Europas digitale Souveränität
Magdalena HertrampfSchwarz Digits investiert 11 Milliarden Euro in Europas digitale Souveränität
Europa kämpft um die Kontrolle über seine digitale Zukunft Während der Kontinent zwischen ehrgeizigen Zielen und der Abhängigkeit von US-amerikanischen und chinesischen Tech-Giganten schwankt, wagt ein großer Einzelhändler nun einen mutigen Schritt. Schwarz Digits, Teil der Schwarz Gruppe, kündigte eine Investition von 11 Milliarden Euro in ein neues Rechenzentrum im brandenburgischen Lübbenau an.
Das Vorhaben zielt darauf ab, europäische Daten in Europa zu halten – und gleichzeitig Cloud-Dienste für externe Kunden anzubieten. Unter der Führung der beiden Vorstandsvorsitzenden Rolf Schumann und Christian Müller verwandelt Schwarz Digits den Einzelhandelsriesen in einen Anbieter digitaler Infrastruktur. Das Unternehmen plant den Aufbau eines eigenen Cloud-Systems sowie hochleistungsfähiger Rechenzentren. Die neue Anlage in Brandenburg soll 100.000 Grafikprozessoren (GPUs) beherbergen, die sowohl die internen Daten der Schwarz Gruppe verarbeiten als auch überschüssige Kapazitäten an andere Unternehmen vermieten.
Schumann betont, dass die Kontrolle über Daten für europäische Unternehmen entscheidend sei, um im globalen KI-Wettbewerb mithalten zu können. Statt die EU-KI-Verordnung und die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) als Hindernisse zu sehen, betrachtet er sie als Instrumente, um Vertrauen aufzubauen und Innovation zu fördern. Das Unternehmen setzt auf Open-Source-Technologie, um Transparenz in den Datenflüssen zu gewährleisten, und arbeitet mit dem KI-Start-up Aleph Alpha zusammen.
Die Initiative passt zu Europas übergeordnetem Ziel der "digitalen Souveränität" – also der Rückgewinnung von Kontrolle über Daten, Infrastruktur und Wertschöpfung. Schumann ist überzeugt, dass eine verantwortungsvolle Regulierung Europa dabei helfen kann, in der KI eine Führungsrolle einzunehmen, statt hinter den USA und China zurückzubleiben.
Die Investition markiert einen Wandel für die Schwarz Gruppe, die bisher vor allem für ihre Einzelhandelsketten wie Lidl und Kaufland bekannt war. Nun positioniert sie sich als wichtiger Akteur im Rennen um Europas digitale Infrastruktur. Das 11-Milliarden-Euro-Rechenzentrum wird sowohl die internen Abläufe der Schwarz Gruppe bedienen als auch externen Kunden zur Verfügung stehen. Indem das Unternehmen Daten in Europa hält, unterstützt es den Kontinent bei seinem Streben nach digitaler Unabhängigkeit. Gleichzeitig wird sich zeigen, ob strenge Regulierung und heimische Infrastruktur Europa tatsächlich zu einer führenden KI-Macht machen können.






