Ikon der Schwulenbewegung - Rosa von Praunheim stirbt - Rosa von Praunheim – Pionier der Schwulenbewegung ist tot
Traueranzeige: Ikone der Schwulenbewegung – Rosa von Praunheim gestorben
Traueranzeige: Ikone der Schwulenbewegung – Rosa von Praunheim gestorben
- Dezember 2025, 15:32 Uhr
Rosa von Praunheim, Pionier des queeren Kinos und prägende Figur der Schwulenbewegung, ist im Alter von 83 Jahren gestorben. Nur wenige Tage zuvor hatte er seinen langjährigen Lebenspartner geheiratet. Mit seinen mutigen Filmen und kompromisslosem Aktivismus hinterlässt er ein bleibendes Erbe in Kultur und LGBTQ+-Geschichte.
Erstmals auf sich aufmerksam machte von Praunheim 1969 mit einem experimentellen Kurzfilm-Porträt über Samuel Beckett. Seine provokanten Werke wie Das Bett und Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt brachen mit Konventionen und prägten die queere Erzählkunst neu. Regisseure wie Abel Ferrara nannten ihn später eine prägende Inspiration in ihren frühen Jahren.
1991 sorgte er für Schlagzeilen, als er den Talkmaster Alfred Biolek und den Komiker Hape Kerkeling live im Fernsehen outete. Neben seiner Filmarbeit verfasste er Theaterstücke und Bücher, malte und stellte in Ausstellungen wie Nackte Männer – Nackte Tiere aus. Zu seinen jüngsten Projekten zählten die Regie bei Rex Gildo: Der letzte Tanz und die Veröffentlichung von Satanische Sau.
Als engagierter Kämpfer während der Aidskrise setzte er sich für Safer Sex ein und gründete mit Initiativen wie SchwuZ, Mann-O-Meter und der Aidshilfe wichtige Organisationen. Sein Benefiz-Event 1985 für Aidshilfe zog Unterstützung von Künstlern wie Herbert Grönemeyer, André Heller und Katja Ebstein an. Von Praunheim sprach oft vom Tod als "etwas Großartigem" und stellte sich ein Jenseits voller nackter Männer und Tiere vor.
Sein Schaffen umfasste Film, Kunst und Aktivismus – ein Vermächtnis aus furchtloser Kreativität. Seine frühen Kampagnen für Safer Sex und queere Rechte wirken bis heute nach. Die Bewegung, die er mitgestaltete, gedenkt seiner als Provokateur und Beschützer in einem.






