Revolutionäre LED-Mikroskope sollen Brücken und Staudämme in Echtzeit überwachen
Grzegorz LoosRevolutionäre LED-Mikroskope sollen Brücken und Staudämme in Echtzeit überwachen
Ein neues Projekt unter der Leitung der Technischen Universität Braunschweig soll Infrastrukturinspektionen mithilfe fortschrittlicher LED-Technologie revolutionieren. Die Initiative TotalScope zielt darauf ab, kostengünstige, tragbare Mikroskope zu entwickeln, die winzige strukturelle Veränderungen in Brücken, Staudämmen und Gebäuden erkennen können. Mit Unterstützung europäischer Fördergelder vereint das Projekt Forschungs- und Industriepartner, um die praktische Anwendung zu beschleunigen.
Das TotalScope-Projekt startete offiziell Anfang 2025 mit einer geplanten Laufzeit von 24 Monaten. Sein Kerninnovation ist ein kompaktbauendes Mikroskop, das ein Netzwerk aus Mikro-LEDs zur Ausleuchtung und eine Fotodiode nutzt, um dreidimensionale Veränderungen mit Mikrometer-Präzision zu erfassen. Das Gerät verbraucht wenig Energie und ist wartungsarm – ideal für die langfristige Überwachung.
Zwei Start-ups spielen eine zentrale Rolle in der Entwicklung: QubeDot mit Sitz in Deutschland liefert maßgeschneiderte Mikro-LED-Komponenten, die speziell auf die Anforderungen des Mikroskops zugeschnitten sind. Das spanische Unternehmen Worldsensing SL, spezialisiert auf die großflächige Überwachung von Infrastruktur, steuert Expertise in Datenerfassung und -analyse bei. Beide Firmen arbeiten eng mit der TU Braunschweig zusammen, um sicherzustellen, dass die Technologie den Branchenstandards entspricht.
Das Projekt ist Teil des Eurostars-Programms und erhält insgesamt rund 1 Million Euro an Fördermitteln. Die TU Braunschweig und QubeDot sichern sich jeweils etwa 300.000 Euro, während Worldsensing SL knapp 400.000 Euro zugewiesen bekommt. Die Finanzierung stammt vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) in Deutschland sowie von der spanischen Forschungsagentur CDTI.
Die Mikroskope sind für die Echtzeitüberwachung konzipiert und lassen sich nahtlos in Industrial-Internet-of-Things-(IIoT)-Systeme integrieren. Dadurch wird eine sofortige Datenübertragung ermöglicht, was manuelle Kontrollen überflüssig macht und die Reaktionszeiten bei potenziellen strukturellen Problemen verkürzt. Ziel ist es, Infrastrukturanalysen schneller, präziser und deutlich kostengünstiger als mit herkömmlichen Methoden durchzuführen.
Das TotalScope-Projekt strebt an, innerhalb von zwei Jahren eine marktreife Lösung zu präsentieren. Die tragbaren, LED-basierten Mikroskope könnten bald zum Standardwerkzeug für Ingenieure und Sicherheitsexperten werden. Mit geringeren Kosten und höherer Präzision soll die Technologie die Zuverlässigkeit kritischer Infrastruktur in ganz Europa verbessern.






