Rentenreform: Kommission schlägt höhere Altersgrenzen und einheitliches System vor
Magdalena HertrampfRentenreform: Kommission schlägt höhere Altersgrenzen und einheitliches System vor
Die Rentenkommission hat weitreichende Reformen für das deutsche Rentensystem vorgeschlagen. Zu den Plänen gehören eine einheitliche beitragsbezogene Rente sowie Änderungen bei den Regelungen zum Renteneintrittsalter. Die Vorschläge haben bereits eine politische Debatte ausgelöst.
Laut dem Bericht der Kommission soll ein einheitliches Rentensystem für Angestellte, Selbstständige, Abgeordnete und Führungskräfte eingeführt werden. Beamte blieben außerhalb des Systems, doch Selbstständige und Politiker müssten künftig in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Zudem soll eine neue kapitalgedeckte Säule das bestehende Umlageverfahren ergänzen.
Weitere Empfehlungen sehen vor, das gesetzliche Renteneintrittsalter schrittweise über 67 Jahre hinaus anzuheben und es an die steigende Lebenserwartung zu koppeln. Die Möglichkeiten für einen vorzeitigen Rentenbeginn würden eingeschränkt – darunter die Abschaffung der Regelung, die Arbeitnehmern mit 45 Beitragsjahren einen abschlagsfreien Frühruheastand ermöglicht.
Die Reaktionen auf die Vorschläge fallen gemischt aus. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) forderte eine breite Debatte über die Reformen und bestand darauf, dass auch die Situation der Beamten in die Diskussion einbezogen werden müsse. Zudem betonte er, wie wichtig es sei, die Auswirkungen auf Rentner in Ostdeutschland zu prüfen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) kündigte eine zügige Umsetzung aller Kommissionsempfehlungen an.
Kritik kam von der AfD und der BSW. Beide Parteien lehnten die Pläne zur Anhebung des Renteneintrittsalters und zur Einschränkung des vorzeitigen Ruhestands ab.
Die vorgeschlagenen Reformen würden die Rentenbeiträge und Altersvorsorge-Regeln für die meisten Arbeitnehmer grundlegend verändern. Nun steht die Politik vor der Aufgabe, die Empfehlungen in Gesetzesform zu gießen – und dabei die Bedenken der Betroffenen zu berücksichtigen.
