RAW-Gelände in Berlin: Kulturzentrum zwischen Räumungsdrohung und Zukunftsstreit
Elfie ZiegertRAW-Gelände in Berlin: Kulturzentrum zwischen Räumungsdrohung und Zukunftsstreit
Die Zukunft des Berliner RAW-Geländes, eines Zentrums für Clubs und Kulturveranstaltungen, ist ungewiss. Ein Streit zwischen der Kurth-Gruppe und den lokalen Behörden gefährdet den historischen Standort. Bereits jetzt gibt es Proteste, da einige Mieter Räumungsbescheide erhalten haben.
Ursprünglich ein Instandhaltungswerk für Reichsbahn-Züge, wurde das RAW-Gelände nach dem Fall der Berliner Mauer aufgegeben. Heute beherbergt es Konzertlocations, einen Biergarten, eine Skatehalle und einen Flohmarkt – und zieht mit seinem lebendigen Kulturbetrieb zahlreiche Besucher an.
Mitte Mai schlugen Senat und Bezirk ein Rahmenabkommen vor, um die Zukunft des Geländes zu sichern. Die Kurth-Gruppe lehnte dies ab und fordert stattdessen eine beschleunigte Baugenehmigung für Wohnungsneubauten, bevor weitere Planungen erfolgen. Das Unternehmen wirft Berlin zudem vor, frühere Absprachen gebrochen und neue Bedingungen aufgestellt zu haben.
Der Konflikt dreht sich darum, wie viele Wohnungen gebaut werden sollen und ob die historischen Hallen, in denen Clubs und Kulturstätten untergebracht sind, erhalten bleiben. Senat und Bezirk werfen der Kurth-Gruppe vor, die vielfältige soziokulturelle Szene des Geländes zu gefährden. Einige Mieter, darunter der Club Cassiopeia, haben bereits die Aufforderung erhalten, die Räume zu verlassen – erste Räumungen könnten bereits nächste Woche stattfinden.
Dutzende Demonstranten versammelten sich vor den Büros der Kurth-Gruppe und forderten den Eigentümer auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren.
Die Auseinandersetzung um die Entwicklung des RAW-Geländes bleibt ungelöst. Während Mieter mit möglichen Räumungen konfrontiert sind, streiten Behörden und die Kurth-Gruppe weiterhin über die Baupläne. Das Ergebnis wird entscheiden, ob das Kulturzentrum überlebt oder tiefgreifende Veränderungen erfährt.
