Pro Bahn verlangt radikale Reformen für fairen Bahnwettbewerb in Deutschland
Magdalena HertrampfPro Bahn verlangt radikale Reformen für fairen Bahnwettbewerb in Deutschland
Pro Bahn fordert grundlegende Reformen im deutschen Fernverkehr
Die Fahrgastvereinigung Pro Bahn hat weitreichende Änderungen für den deutschen Fernverkehr gefordert. Der Verband setzt sich für eine unabhängige nationale Behörde ein, die Strecken und Leistungen steuern soll. Zudem begrüßt er den geplanten Markteintritt des italienischen Anbieters Italo, besteht jedoch auf klare Regeln für fairen Wettbewerb.
Italo plant, auf stark frequentierten Strecken wie Berlin–München, München–Hamburg und Köln–Frankfurt–München zu verkehren. Pro Bahn sieht darin eine Chance zur Verbesserung des Angebots, warnt jedoch davor, dass sich Betreiber auf lukrative Verbindungen konzentrieren könnten. Dadurch drohten weniger rentable, strukturschwache Regionen mit schlechterer Anbindung zurückzubleiben.
Der Verband fordert rechtlich verbindliche Schutzbestimmungen für Regionalverkehre bei der Vergabe von Trassenkapazitäten. Michael Koch, stellvertretender Bundesvorsitzender von Pro Bahn, betonte, dass der Wettbewerb allen Fahrgästen im Land zugutekommen müsse. Dafür seien klare politische Vorgaben notwendig, um Fairness zu gewährleisten.
Zudem setzt sich Pro Bahn für ein einheitliches Tarifsystem aller Fernverkehrsanbieter ein. Geplant sind die Integration von Zeitkarten sowie ein anbieterübergreifendes Pendant zur BahnCard 100. Ziel ist es, Reisen für Fahrgäste einfacher und planbarer zu gestalten.
Die Vorschläge von Pro Bahn zielen auf ein wettbewerbsfähigeres und kundenfreundlicheres Schienennetz ab. Der Verband sieht in Italos Markteintritt zwar Potenzial für Verbesserungen, doch nur mit strengen Regularien. Diese sollen faire Zugangsbedingungen sichern und regionale Ungleichheiten verhindern.
