27 June 2026, 06:23

Pistorius lehnt Rückkehr zur Wehrpflicht ab – setzt auf Technologie und gezielte Reformen

Pistorius sieht weiterhin keinen Bedarf für die Einberufung

Pistorius lehnt Rückkehr zur Wehrpflicht ab – setzt auf Technologie und gezielte Reformen

Verteidigungsminister Boris Pistorius hat eine Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht vorerst ausgeschlossen. Trotz Personalmangels in der Bundeswehr bezeichnete er die aktuellen Maßnahmen als ausreichend. Seine Äußerungen fallen in eine Phase, in der die Regierung nach alternativen Lösungen sucht, um die Verteidigungsfähigkeit zu stärken.

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Pistorius betonte, militärische Überlegenheit hänge heute vor allem von modernster Technologie und dem großflächigen Einsatz von Drohnen ab. Gleichzeitig unterstrich er die Bedeutung kosteneffizienter Lösungen in der modernen Kriegsführung.

Die Koalition signalisierte Bereitschaft, bei anhaltenden Rekrutierungsproblemen gezielte Korrekturmaßnahmen zu prüfen – statt einer Rückkehr zur flächendeckenden Wehrpflicht. Diese sollten spezifische Lücken schließen. Pistorius verwies darauf, dass die Bundeswehr aktuell ausgebaut werde und unter genauer Beobachtung stehe.

Trotz schlechter Umfragewerte und jüngster Wahlniederlagen bekräftigte der Minister seinen Willen, im Amt zu bleiben. Er zeigte sich zuversichtlich, dass die SPD-Vorsitzenden Lars Klingbeil und Bärbel Bas dazu beitragen könnten, die Geschicke der Partei zu wenden.

Nach dem Scheitern des FCAS-Programms bekräftigte Pistorius zudem die Zusammenarbeit mit Frankreich. Er setzt sich für eine engere Verzahnung mit der Automobilindustrie ein, um die Rüstungsproduktion anzukurbeln. Ein neuer Runden Tisch soll die Resilienz der Lieferketten über alle Branchen hinweg verbessern.

Interne Prüfungen ergaben, dass sich die Kosten für das Fregatten-Projekt F126 um acht Milliarden Euro auf über 18 Milliarden Euro erhöht haben.

Der Verteidigungsminister sieht zwar keinen akuten Bedarf für eine Wehrpflicht, bereitet aber gezielte Maßnahmen für den Fall anhaltender Personalengpässe vor. Gleichzeitig treibt er technologische und industrielle Kooperationen voran, um künftige Herausforderungen zu meistern. Die Regierung wird das Wachstum der Bundeswehr und die Kostenentwicklung weiterhin genau verfolgen.

Quelle