28 June 2026, 22:32

NRW-Wähler setzen neue Prioritäten: Infrastruktur statt Migration dominiert die Debatte

Infratest: Bedeutende Verluste für die CDU in NRW - AfD auf Rekordhoch

NRW-Wähler setzen neue Prioritäten: Infrastruktur statt Migration dominiert die Debatte

Wählerprioritäten in Nordrhein-Westfalen haben sich dramatisch verschoben. An der Spitze der Sorgen stehen nun Infrastruktur, öffentlicher Nahverkehr und Verkehr – 31 Prozent der Befragten nennen dies als ihr zentrales Anliegen. Migration ist auf den dritten Platz gerückt, während wirtschaftliche und soziale Ängste im Land zunehmen.

Eine aktuelle Umfrage offenbart wachsende Unzufriedenheit mit der Entwicklung des Bundeslandes. Nur noch 22 Prozent der Wahlberechtigten bewerten die wirtschaftliche Lage als sehr gut oder gut – ein Rückgang um neun Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr. Gleichzeitig bezeichnen 74 Prozent sie als befriedigend oder schlecht.

Auch die Sorge um den Arbeitsplatz hat zugenommen. 16 Prozent der Erwerbstätigen fürchten nun Arbeitslosigkeit, ein Anstieg um sechs Punkte gegenüber dem Vorjahr.

Die CDU von Ministerpräsident Hendrik Wüst verliert weiter an Zustimmung und liegt bei 32 Prozent – ein Minus von drei Punkten seit Februar. Auch seine persönliche Beliebtheit leidet: 42 Prozent sind zufrieden, 40 Prozent unzufrieden mit seiner Arbeit. Die Landesregierung kommt insgesamt auf eine Zustimmungsrate von 42 Prozent, während 53 Prozent unzufrieden sind.

Das politische Kräftespiel ist in Bewegung. Die Grünen legen zwei Punkte zu und erreichen 15 Prozent. Die rechtspopulistische AfD steigt auf 17 Prozent und liegt damit erstmals gleichauf mit der SPD, die unter ihrem Spitzenkandidaten Jochen Ott drei Punkte verliert und auf 17 Prozent fällt. Die FDP überspringt mit fünf Prozent erstmals seit April 2024 die Fünf-Prozent-Hürde, während die Linke unverändert bei sechs Prozent bleibt.

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Bildung und Schulen rücken mit 24 Prozent der Nennungen auf den zweiten Platz der drängendsten Themen vor.

Die Umfrage zeigt einen deutlichen Wandel der Wählerprioritäten: Infrastruktur und wirtschaftliche Sorgen dominieren, während Migration an Bedeutung verliert. CDU, SPD und Landesführung verlieren an Rückhalt, während kleinere Parteien im sich verändernden politischen Klima an Boden gewinnen.

Quelle