Niedersachsens Ministerpräsident warnt vor drohender Gasknappheit im Winter 2026
Franjo HandeOlaf Lies fordert Maßnahmen gegen hohe Energiekosten - Niedersachsens Ministerpräsident warnt vor drohender Gasknappheit im Winter 2026
Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies hat dringende Bedenken zur verschärften Energiekrise in Deutschland geäußert. Angesichts rapide sinkender Gasreserven und explodierender Spritpreise fordert er von der Bundesregierung und den Mineralölkonzernen unverzügliche Maßnahmen, um die Versorgung vor dem Winter zu stabilisieren.
Die Gasvorräte in Deutschland haben besorgniserregend niedrige Werte erreicht. Stand 20. Februar 2026 lag der Füllstand der Speicher bei nur noch 20,7 Prozent – ein Jahr zuvor waren es noch 44 Prozent. Tägliche Rückgänge von 0,7 bis 1 Prozent, abhängig von der Wetterlage, verschärfen die Lage zusätzlich. Experten warnen, dass ein Absinken unter 20 Prozent zu Engpässen führen könnte, da der reduzierte Druck die Gasförderung erschwert.
Lies plädiert für den Bau eines dritten Flüssigerdgas-Terminals (LNG) in Wilhelmshaven, um die Versorgungssicherheit zu erhöhen. Gleichzeitig betont er die Notwendigkeit, die Gasbezüge zu diversifizieren und die heimische Förderung – insbesondere in der Nordsee – auszubauen. Die erneute Debatte über Atomkraft lehnt er hingegen ab und argumentiert, dass der Ausbau erneuerbarer Energien die beste langfristige Lösung bleibe.
Der Ministerpräsident geht auch auf übergeordnete Risiken ein. Er räumt ein, dass die Sorgen vor möglichen Folgen eines Konflikts mit dem Iran berechtigt seien und die Unsicherheit auf dem Energiemarkt weiter verstärkten. Angesichts steigender Spritpreise fordert Lies die Mineralölkonzerne auf, die Belastung für Verbraucherinnen und Verbraucher zu verringern.
Um die Krise zu bewältigen, drängt er die Bundesregierung, alle denkbaren Szenarien zu prüfen. Wirksame Gegenmaßnahmen müssten, so Lies, "ohne Wenn und Aber" umgehend ergriffen werden.
Die Energielage in Deutschland bleibt prekär – besonders mit Blick auf den bevorstehenden Winter. Bei kritisch niedrigen Speicherständen und drohenden externen Risiken unterstreichen Lies' Appelle den Bedarf an kurzfristigen Lösungen und langfristigen Strategien. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die vorgeschlagenen Maßnahmen ausreichen, um stabile Versorgungswege zu sichern und die steigenden Kosten zu bremsen.






