30 January 2026, 17:54

Niedersachsens Minister warnt vor Gefahren für ländliche Apotheken durch Reformpläne

Eine Apotheke an einer Straßenecke mit Glaswänden und -türen, Plakate an den Wänden und eine Straße davor.

Niedersachsens Minister warnt vor Gefahren für ländliche Apotheken durch Reformpläne

Niedersachsens Gesundheitsminister Andreas Philippi hat weitreichende Änderungen am Apotheken-Stärkungsgesetz gefordert. Er lehnt Pläne ab, die Vorschriften für Filialapotheken zu lockern, und warnt, dass dies die Arzneimittelversorgung im ländlichen Raum gefährden könnte. Seine Forderungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Bundesländer rund 60 Änderungsanträge vor der Beratung im Bundesrat vorbereiten.

Philippi weist zentrale Teile des Bundesentwurfs zurück. Sein Argument: Filialapotheken böten nur ein eingeschränktes Leistungsspektrum und könnten keine Vollversorgungsapotheken ersetzen. Die Umwandlung bestehender Apotheken in Filialen würde, so seine Warnung, die Versorgung in ländlichen Gemeinden weiter verschlechtern.

Der Minister spricht sich zudem gegen den Vorschlag aus, erfahrenen pharmazeutisch-technischen Assistentinnen und Assistenten (PTA) die Leitung einer Apotheke ohne anwesende Apothekerin oder anwesenden Apotheker zu ermöglichen. Er verweist auf Bedenken bei der Patientensicherheit und der Qualität der Medikamentenberatung. Sein Ministerium besteht darauf, dass stets eine approbierte Fachkraft vor Ort sein muss.

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Um finanziell angeschlagene Apotheken zu unterstützen, setzt sich Philippi für eine höhere Festbetragsvergütung ein. Der sogenannte Packungsfixum soll auf 9,50 Euro pro Packung angehoben werden, um die wirtschaftliche Tragfähigkeit der Apotheken zu sichern. Ziel ist es, die lokale Arzneimittelversorgung – besonders in dünn besiedelten Regionen – zu erhalten.

Die Haltung des Ministeriums unterstreicht die Spannungen bei der Apothekenreform vor der Abstimmung im Bundesrat. Sollten die geplanten Änderungen durchkommen, könnte dies den Apothekenbetrieb in ganz Deutschland grundlegend verändern. Philippis Vorschläge zielen darauf ab, Vollversorgungsapotheken offen zu halten und die medizinische Grundversorgung auf dem Land zu sichern.