Niedersachsens Apotheker drohen mit Protest gegen ignorierte Gebührenforderungen
Elfie ZiegertNiedersachsens Apotheker drohen mit Protest gegen ignorierte Gebührenforderungen
Apotheker in Niedersachsen werfen Bundesregierung Bruch von Wahlversprechen vor
Der Niedersächsische Apothekerverband (LAV) wirft der Bundesregierung vor, dringend notwendige Erhöhungen der Apothekengebühren seit Jahren zu ignorieren – und damit viele Apotheken in Existenznot zu bringen. In einem offenen Brief warnt der Verband, dass durch die finanzielle Belastung mittlerweile sogar die Patientenversorgung gefährdet sei.
Streitpunkt sind die seit 2013 eingefrorenen Apothekenentgelte, die de facto noch auf dem Stand von 2004 liegen. Obwohl Apotheken nur einen geringen Anteil der Ausgaben der Krankenkassen ausmachen, sieht der LAV die Zukunft vieler Betriebe durch die ausbleibende Anpassung akut bedroht. Ein kürzlich vorgestellter Entwurf zur Reform des Apothekenrechts enthält keinerlei Hinweise auf eine Gebührenerhöhung.
Der Verband fordert nun eine sofortige Anhebung auf mindestens 9,50 Euro pro Rezept, um die finanzielle Lage zu stabilisieren. Ohne diese Korrektur drohten weitere Schließungen – mit der Folge, dass Patienten schlechter mit lebenswichtigen Medikamenten versorgt würden, heißt es in dem Schreiben. Adressiert ist der Brief an Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD); der Vorwurf: Die Ampelkoalition halte ihre Wahlversprechen nicht ein.
Die Verärgerung unter den Apothekern wächst. Der LAV kündigt an, das Thema künftig direkt bei den Kunden zu thematisieren. Mitarbeiter sollen demnach auf die politischen Gründe für Einschnitte bei Serviceleistungen hinweisen – und so öffentlichen Druck aufbauen. 2023 gab es in Deutschland noch 17.571 Apotheken, doch der Verband fürchtet einen weiteren Rückgang, sollte nicht schnell gehandelt werden.
Die Pattsituation lässt die Apotheken in Niedersachsen vor einer ungewissen Zukunft stehen. Ohne Gebührenerhöhung rechnet der LAV mit weiteren Schließungen und einer Verschlechterung der lokalen Gesundheitsversorgung. Bisher hat die Bundesregierung weder auf die Forderungen des Verbandes reagiert noch auf die Androhung einer öffentlichen Kampagne.






