Niedersachsen startet 800-Millionen-Offensive für digitale Schulen bis 2031
Magdalena HertrampfMehr Geld für IT in Schulen: Land einigt sich mit Kommunen - Niedersachsen startet 800-Millionen-Offensive für digitale Schulen bis 2031
Die Landesregierung Niedersachsens hat eine große Offensive zur digitalen Ausstattung von Schulen angekündigt. Im Rahmen des Plans erhalten Schülerinnen, Schüler sowie Lehrkräfte langfristige Fördermittel für Tablets und IT-Support. Die Initiative wird als entscheidender Schritt hin zu mehr Chancengleichheit beim Zugang zu Bildungstechnologie bewertet.
Das mit 800 Millionen Euro bis 2031 ausgestattete Vorhaben sieht vor, dass das Land die dauerhafte Finanzierung der Geräte übernimmt – eine Regelung, die künftig gesetzlich verankert werden soll.
Ab Beginn des neuen Schuljahres werden Leih-Tablets an alle Siebtklässler sowie an alle Lehrkräfte ausgegeben. Das Programm zählt zu den Leuchtturmprojekten der Koalition. Bildungsministerin Julia Willie Hamburg (Grüne) bezeichnete es als einen "entscheidenden Durchbruch". Sie betonte, dass die verlässliche Finanzierung den Schulen Planungssicherheit ohne Unsicherheiten ermögliche.
Die Kommunen erhalten pro neu angeschafftem Gerät 125 Euro, um die IT-Administrationskosten zu decken. Zudem verdoppelt das Land seine Unterstützung für diese Ausgaben nahezu – von bisher 11 Millionen auf künftig 23,5 Millionen Euro pro Jahr. Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) argumentierte, dass die Bereitstellung der Geräte Ungleichheiten abbaue und jedem Kind die gleichen digitalen Chancen eröffne.
Die kommunalen Spitzenverbände begrüßten die Vereinbarung, insbesondere die gesetzliche Zusage, dass das Land künftig 72,5 Prozent aller kostenseitigen Steigerungen im Zusammenhang mit Tariferhöhungen im öffentlichen Dienst übernimmt. Ab 2028 passt sich der Landesanteil automatisch an die Lohnentwicklung an. Einige Schulen in Niedersachsen hatten bereits mit 1:1-Ausstattungsmodellen experimentiert, etwa Hannover mit einem Pilotprojekt zu Microsoft 365 im Unterricht.
Die neue Regelung löst frühere Ansätze ab, bei denen einzelne Kommunen die Initiative ergreifen mussten. Künftig sorgt das Land für eine einheitliche Förderung in allen Städten und Landkreisen und schafft damit die bisherige Flickenteppich-Politik ab.
Das Förderpaket läuft bis 2031 und deckt den Großteil der Kosten für Geräte und IT-Betreuung. Schulen sind dann nicht mehr allein auf lokale Haushalte angewiesen, um Schülerinnen, Schüler und Personal auszustatten. Ziel der Reform ist es, einen verbindlichen Standard für digitales Lernen in ganz Niedersachsen zu schaffen.






