27 January 2026, 19:10

Niedersachsen führt schärfere Regeln gegen Antisemitismus an Hochschulen ein

Eine detaillierte Karte von Berlin, Deutschland, mit der Universität Münster in der Mitte, die Gebäude, Straßen und andere Merkmale zeigt, zusammen mit Text, der Informationen über die Größe, den Standort und die Annehmlichkeiten der Universität bietet.

Universitäten sollten in der Lage sein, Studenten wegen Antisemitismus zu exmatrikulieren - Niedersachsen führt schärfere Regeln gegen Antisemitismus an Hochschulen ein

Niedersachsen verschärft Regeln gegen antisemitisches und diskriminierendes Verhalten an Hochschulen

Niedersachsen will die Vorschriften gegen antisemitische und diskriminierende Vorfälle an Universitäten verschärfen. Ein geplantes Gesetz soll schnellere Exmatrikulationen ermöglichen und die Wiederimmatrikulation von Studierenden blockieren, die in anderen Bundesländern bereits ausgeschlossen wurden. Der Vorstoß folgt auf Besorgnis äußernder Prominenter über eine zunehmende Feindseligkeit im Bildungsbereich.

Der Gesetzentwurf zielt darauf ab, den Hochschulen klarere rechtliche Handhabe gegen Hass und Diskriminierung zu geben. Bei Verabschiedung könnten die Einrichtungen Studierende oder Bewerber:innen abweisen, die wegen Volksverhetzung oder schwerer Straftaten verurteilt wurden. Exmatrikulierte dürften sich in Niedersachsen bis zu zwei Jahre lang nicht erneut einschreiben.

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Anlass für die Initiative sind die Hinweise des jüdischen Publizisten Michel Friedman auf Mobbing jüdischer Kinder und Jugendlicher an Schulen und Universitäten. Friedman, ehemaliger stellvertretender Vorsitzender des Zentralrats der Juden in Deutschland, setzt sich seit Langem gegen Antisemitismus ein. Seine Äußerungen unterstrichen die Notwendigkeit strengerer Maßnahmen im Bildungssektor. Niedersachsen wäre das erste Bundesland, das diese Regelungslücke systematisch schließt. Bisher können an anderen Orten exmatrikulierte Studierende weiterhin an seinen Hochschulen studieren. Das neue Gesetz soll dies verhindern und so für konsequente Sanktionen bei diskriminierendem Verhalten sorgen.

Die geplanten Änderungen würden die Möglichkeiten der Universitäten stärken, gegen Antisemitismus und Diskriminierung vorzugehen. Studierende, die wegen schwerer Vergehen exmatrikuliert werden, könnten mit einem zweijährigen Immatrikulationsverbot belegt werden. Wird das Gesetz verabschiedet, würde Niedersachsen damit für andere Bundesländer eine Vorreiterrolle einnehmen.