Neues Digitales-Versorgungsgesetz: Warken will Gesundheitswesen modernisieren – doch die Pflege bleibt zurück
Magdalena HertrampfNeues Digitales-Versorgungsgesetz: Warken will Gesundheitswesen modernisieren – doch die Pflege bleibt zurück
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hat ein neues Digitales-Versorgungsgesetz vorgestellt, das die Modernisierung des deutschen Gesundheitssystems vorantreiben soll. Der Gesetzentwurf konzentriert sich auf die Verbesserung der elektronischen Patientenakte (ePA) und den Ausbau der Telematikinfrastruktur (TI). Dennoch bestehen weiterhin Bedenken hinsichtlich der unzureichenden Unterstützung in der Langzeitpflege sowie der praktischen Herausforderungen bei der digitalen Umsetzung.
Das geplante Gesetz zielt darauf ab, die ePA nutzerfreundlicher und zuverlässiger zu gestalten. Zudem enthält es Maßnahmen zur Stärkung der gematik, der Behörde, die für die digitale Gesundheitsinfrastruktur zuständig ist. Die 2005 gegründete gematik stand in der Vergangenheit wegen Verzögerungen, Sicherheitsproblemen und eines schweren Systemausfalls im Jahr 2020 in der Kritik. Diese Probleme führten zur Entwicklung des überarbeiteten Konzepts "TI 2.0", das mehr Sicherheit und Transparenz verspricht.
Der AOK-Bundesverband begrüßte die Verbesserungen bei der ePA und forderte einfachere Authentifizierungsverfahren. Zudem unterstützte er Pläne zur Nutzung von Gesundheitsdaten über das Forschungsdatenzentrum Gesundheit (FDZ). Darüber hinaus schlug die AOK vor, den Krankenkassen stärkere Mitspracherechte in der gematik einzuräumen oder den Einfluss des GKV-Spitzenverbandes auf die Behörde auszubauen.
Ärztinnen und Ärzte reagierten mit vorsichtigem Optimismus, wiesen jedoch darauf hin, dass technische Störungen den Praxisalltag häufig beeinträchtigen. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) setzte sich für eine unabhängige "elektronische Pflegeakte" ein, die von der ePA getrennt sein soll. Gleichzeitig betonte der Verband Deutscher Alten- und Behindertenhilfe (VDAB), wie dringend praxistaugliche digitale Lösungen in der Langzeitpflege benötigt werden – ein Bereich, der weiterhin unter Personalmangel und bürokratischen Hürden leidet.
Trotz dieser Fortschritte fühlen sich Einrichtungen der Langzeitpflege in den aktuellen Plänen übergangen. Der VDAB unterstrich die Bedeutung verlässlicher Finanzierung und Lösungen, die sich nahtlos in den Arbeitsalltag integrieren lassen.
Das Digitale-Versorgungsgesetz soll zentrale Lücken in der Digitalisierung des deutschen Gesundheitswesens schließen. Während die Verbesserungen bei ePA und TI im Mittelpunkt stehen, bleiben Herausforderungen bei der Umsetzung und der Unterstützung der Langzeitpflege bestehen. Der Erfolg der Reformen wird davon abhängen, ob operative Probleme gelöst werden und alle Bereiche des Gesundheitswesens ausreichend berücksichtigt werden.






