Neuer Platz in Braunschweig ehrt Ex-Bezirksbürgermeister Uwe Jordan – doch die Kritik bleibt
Magdalena HertrampfNeuer Platz in Braunschweig ehrt Ex-Bezirksbürgermeister Uwe Jordan – doch die Kritik bleibt
Ein neu gestalteter Platz an der Hochstraße in Braunschweig trägt künftig den Namen von Uwe Jordan, dem langjährigen Bezirksbürgermeister der Stadt. Die Entscheidung fiel nach einer knappen Abstimmung, bei der der Vorschlag der SPD nur knapp die notwendige Mehrheit im Rat erhielt. Doch die Namenswahl hat eine Debatte über die Gleichstellung der Geschlechter bei öffentlichen Ehrungen ausgelöst.
Uwe Jordan engagierte sich über 25 Jahre für das Östliche Ringgebiet in Braunschweig, davon 18 Jahre als Bezirksbürgermeister. Aufgrund seines langjährigen Einsatzes setzte sich die SPD dafür ein, den neu gestalteten Platz nach ihm zu benennen. Der Antrag wurde schließlich mit knapper Mehrheit angenommen und erhielt die erforderliche Zustimmung im Stadtrat.
Die Grünen lehnten die Entscheidung ab und verwiesen darauf, dass in Braunschweig bei Ehrungen durch Straßennamen Männer deutlich überrepräsentiert seien. Aktuell sind 89 Prozent der nach Personen benannten Straßen und Plätze Männern gewidmet, während nur 11 Prozent Frauen ehren. Als Alternative schlugen sie eine dreifache Würdigung vor: den Platz nach Jordan zu benennen, einen nahegelegenen Ort nach Käthe Buchler und einen weiteren nach Agnes Pockels.
Agnes Pockels, eine in Braunschweig geborene Pionierin der Wissenschaft, wird zwar in anderen Städten gewürdigt, in ihrer Heimatstadt jedoch bisher nicht. Die Grünen regten zudem an, das Frauenzentrum Braunschweig, eine lokale Fraueninitiative, zu ehren, um das Ungleichgewicht auszugleichen. Ihr Kompromissvorschlag fand jedoch keine Mehrheit, sodass die Benennung nach Jordan als einzige beschlossene Lösung blieb.
Zwar gibt es in Braunschweig bereits eine Pockelsstraße, diese bezieht sich jedoch nicht auf Agnes Pockels – ein Umstand, der die Kritik derer schürte, die sich für eine stärkere Repräsentation von Frauen in der öffentlichen Namensgebung einsetzen.
Der Platz an der Hochstraße wird nun offiziell den Namen Uwe Jordans tragen und damit sein jahrzehntelanges Engagement für den Stadtteil würdigen. Unterdessen hält die Diskussion über Geschlechtergerechtigkeit bei Ehrungen in Braunschweig an. Die Grünen und Frauenverbände fordern weiterhin eine ausgewogenere Berücksichtigung bei künftigen Namensgebungen.






