Neue Spritpreis-Regeln starten später – Kritik an mangelnder Transparenz und Wirksamkeit
Magdalena HertrampfNeue Spritpreis-Regeln starten später – Kritik an mangelnder Transparenz und Wirksamkeit
Neue Regeln für Spritpreise an deutschen Tankstellen sollten eigentlich am Samstag in Kraft treten. Stattdessen beginnen sie nun am Mittwoch, den 1. April 2026. Die Verzögerung hat Kritik von Oppositionspolitikern ausgelöst, die darin einen weiteren Beleg für lasche Umsetzungspraxis sehen.
Nach den überarbeiteten Vorschriften dürfen Tankstellen die Preise nur noch einmal täglich – um 12:00 Uhr mittags – erhöhen. Preissenkungen bleiben hingegen jederzeit ohne Einschränkung möglich. Mit der Änderung soll mehr Transparenz geschaffen werden, doch liegen keine Daten zu Preisschwankungen zwischen Samstag und Montagabend vor.
Die Linke verurteilte die Verschiebung scharf. Janine Wissler, wirtschaftspolitische Sprecherin der Partei, nannte sie ein weiteres Beispiel für "Symbolpolitik". Die Maßnahme werde die Spritkosten nicht spürbar senken, forderte sie stattdessen eine Übergewinnsteuer, um krisenbedingte Extraprofite umzuverteilen.
Herbert Rabl, Sprecher des Tankstellen- und Industrieverbands (TIV), begrüßte dagegen die neuen Regeln. Er erwartete nach der mittäglichen Preisanpassung einen "harten Wettbewerb", sofern der Markt fair funktioniere. Gleichzeitig warnte er: Fehle es an Konkurrenz, könnte dies auf eine versteckte Absprache unter den Mineralölkonzernen hindeuten.
Die Verzögerung folgt auf eine Phase starker Preissprünge, ausgelöst durch den Iran-Konflikt, der seit Ende Februar 2026 die Märkte belastet.
Ab Mittwoch, den 1. April, gilt das neue Preissystem: Tankstellen passen die Spritkosten einmal täglich an, während Rabatte flexibel bleiben. Kritiker halten die Reform für unzureichend – sie gehe an den eigentlichen Problemen der Bezahlbarkeit und Marktkontrolle vorbei.






