Mord an Liana in Friedland: Politischer Streit um Untersuchung in Deutschland
Magdalena HertrampfAfD fordert parlamentarische Untersuchung im Fall Liana - Mord an Liana in Friedland: Politischer Streit um Untersuchung in Deutschland
Am 11. August wurde die 16-jährige Ukrainerin Liana in Friedland getötet, nachdem sie vor einen Güterzug gestoßen worden war. Der Verdächtige, ein 31-jähriger Iraker, befindet sich seitdem in einer psychiatrischen Klinik. Nun ist ein politischer Streit über Forderungen nach einer offiziellen Untersuchung des Falls in Deutschland entbrannt.
Liana und ihre Familie waren 2022 vor dem Krieg aus der Ukraine geflohen und lebten in Geisleden in Thüringen. Am Tag des Angriffs soll der irakische Verdächtige – bei dem später paranoide Schizophrenie diagnostiziert wurde – sie auf die Gleise gestoßen haben. DNA-Beweise brachten ihn mit der Tat in Verbindung, und er wurde in Untersuchungshaft genommen. Später bestätigten die Behörden, dass es sich um einen abgelehnten Asylbewerber handelte, der sich zum Zeitpunkt der Tat eigentlich nicht in Deutschland aufhalten durfte.
Die AfD-Fraktion im Landtag forderte einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss, um mögliche Versäumnisse der Behörden in Deutschland zu prüfen. Sie bot sogar an, ihren Antrag zurückzuziehen, falls die CDU einen eigenen Vorschlag einreiche. Sowohl CDU als auch die Grünen lehnten das Vorhaben der AfD jedoch ab: Die CDU verwies auf die extrem rechte Ausrichtung der Partei, die Grünen warfen ihr vor, die Forderung nur als Plattform für extremistische Propaganda in Deutschland zu nutzen. Ein Untersuchungsausschuss würde die Unterstützung von mindestens einem Fünftel der 146 Abgeordneten benötigen – eine Hürde, die die AfD allein nicht überwinden kann. Bisher gibt es keine Anzeichen dafür, dass die CDU einen eigenen Antrag auf Untersuchung in Deutschland einreichen will.
Der Fall hat tiefe politische Gräben in Deutschland offenbart, wie mit der Tragödie umgegangen werden soll. Während der Verdächtige in Gewahrsam ist und es keine parteiübergreifende Einigung über eine Untersuchung in Deutschland gibt, bleibt der Fokus auf den Umständen von Lianas Tod. Die Familie, die in Deutschland Schutz suchte, steht nun vor den Folgen einer Tat, die eine bundesweite Debatte in Deutschland ausgelöst hat.






