19 April 2026, 20:30

Merz stellt Kohleausstieg infrage – und setzt auf Gaskraftwerke als Brückentechnologie

Liniendiagramm, das die Stromerzeugung aus Wind und Sonne in Deutschland zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Merz stellt Kohleausstieg infrage – und setzt auf Gaskraftwerke als Brückentechnologie

Bundeskanzler Friedrich Merz hat Zweifel an den geplanten deutschen Kohleausstiegsplänen geäußert. Seine Äußerungen fallen in eine Zeit steigender Spannungen im Iran-Konflikt, die die Verbraucherpreise mit der höchsten Rate seit über drei Jahren in die Höhe treiben. Der CDU-Vorsitzende skizzierte zudem neue Vorschläge, um die Energieversorgung Deutschlands zu sichern, ohne die Klimaziele aus den Augen zu verlieren.

In der Energiepolitik hinterfragte Merz, ob Deutschland am ursprünglichen Zeitplan für das Ende der Kohlenutzung festhalten könne. Stattdessen schlug er vor, die Laufzeit bestehender Kohlekraftwerke zu verlängern. Dieser Schritt würde Zeit verschaffen, während das Land an den bestehenden Standorten neue Gaskraftwerke baut – und so eine stabile Energieversorgung gewährleistet.

Gleichzeitig schloss Merz eine kurzfristige Rückkehr zur Kernenergie aus. Langfristig zeigte er sich jedoch an der Fusionsforschung interessiert. Zudem könnte Deutschland die Erforschung von kleinen modularen Reaktoren (SMR) vorantreiben, auch wenn konkrete Pläne dafür noch nicht vorliegen.

Die wirtschaftliche Lage verschärft die Dringlichkeit der Debatte. Die Verbraucherpreise werden voraussichtlich um 2,6 % im Vergleich zum Vorjahr steigen – der stärkste Anstieg seit Ende 2020. Allein im März könnten die Kosten um 1,1 % gegenüber Februar klettern. Der Iran-Konflikt gilt als Haupttreiber, da er die globalen Energiemärkte durcheinanderbringt und die Preise für Treibstoffe und Rohstoffe nach oben treibt.

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Trotz der Herausforderungen bekräftigte Merz seine Unterstützung für den Ausbau erneuerbarer Energien. Wind-, Solar- und andere grüne Energiequellen blieben zentral für die langfristige Strategie Deutschlands, betonte er. Angesichts steigender Inflation werde es jedoch immer schwieriger, Bezahlbarkeit, Versorgungssicherheit und Nachhaltigkeit unter einen Hut zu bringen.

Merz' Vorschläge deuten auf einen Kurswechsel in der deutschen Energiepolitik hin, bei dem kurzfristige Stabilität Vorrang vor einem schnellen Kohleausstieg hat. Die durch geopolitische Spannungen angeheizte Teuerung erhöht den Druck, rasche Lösungen zu finden. Vorerst scheint es, als würden Kohle- und Gaskraftwerke eine größere Rolle spielen, während erneuerbare Energien und zukünftige Technologien weiterentwickelt werden.

Quelle