05 February 2026, 23:11

Mercosur-Abkommen unterzeichnet – doch Deutschlands Wirtschaft wartet in Unsicherheit

Eine alte Europakarte aus dem frühen 20. Jahrhundert, die das Ausmaß der Europäischen Union zeigt, mit begleitendem Text.

Mercosur-Abkommen unterzeichnet – doch Deutschlands Wirtschaft wartet in Unsicherheit

Das Freihandelsabkommen der EU mit dem Mercosur-Block wurde am 17. Januar von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen unterzeichnet. Doch seine Zukunft bleibt ungewiss, nachdem das Europäische Parlament das Abkommen zur Prüfung überwiesen hat – ein Prozess, der bis zu zwei Jahre dauern könnte. Die Verzögerung hat in Deutschland Kritik von Unternehmen, Landwirten und Handelsexperten ausgelöst.

Sollte das Abkommen vollständig umgesetzt werden, entstünde die größte Freihandelszone der Welt gemessen an der Bevölkerung. Doch die parlamentarische Überprüfung wirft Fragen zur Verlässlichkeit Europas als Handelspartner auf. Professor Heralt Schöne warnte, solche Verzögerungen untergrüben das Vertrauen in den Welthandel und spielten Konkurrenten wie China in die Hände.

Besonders in Niedersachsen pflegen deutsche Unternehmen enge Wirtschaftsbeziehungen zu den Mercosur-Staaten. Über 80 kleine und mittlere Betriebe in der Region sind auf den Handel mit Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay angewiesen und sichern so Arbeitsplätze vor Ort. Gleichzeitig warnt der Deutsche Bauernverband vor möglichen Marktverwerfungen bei Rindfleisch, Geflügel, Zucker und Ethanol, falls das Abkommen in Kraft tritt.

Hendrik Rump, Vorsitzender des regionalen Landvolk-Verbands, kritisierte die Regierung, sie setze einseitig auf Branchen wie Volkswagen und vernachlässige die Landwirtschaft. Seine Äußerungen fielen mit der Ankündigung neuer US-Zölle durch Präsident Donald Trump zusammen – darunter auch auf deutsche Produkte –, die ausgerechnet am Tag der Mercosur-Unterzeichnung verkündet wurden. Die zeitliche Koinzidenz unterstrich die wachsenden Spannungen in der internationalen Handelspolitik.

Nun steht dem Mercosur-Abkommen ein langwieriges Prüfverfahren bevor, das Unternehmen und Landwirte in Deutschland in Unsicherheit zurücklässt. Bei einer Genehmigung könnte es die Handelsströme zwischen Europa und Südamerika grundlegend verändern. Vorerst jedoch riskiert die Verzögerung, die Position Europas im globalen Handel weiter zu schwächen.

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