Lufthansa schlägt neues Pensionsabkommen für Piloten vor - Lufthansa und Piloten im erbitterten Rentenstreit – wer gibt nach?
Lufthansa und die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) stecken in einem erbitterten Streit über die Rentendreform fest. Zwei Streikwellen in der vergangenen Woche führten zu Hunderten gestrichener Flüge und warfen die Reisepläne Zehntausender Passagiere über den Haufen. Im Mittelpunkt des Konflikts steht der Plan der Airline, die sogenannte Überbrückungsrente für Piloten abzuschaffen – eine finanzielle Unterstützung, die ein vorzeitiges Ausscheiden aus dem Berufsleben ermöglicht.
Lufthansa will das bestehende System der Überbrückungszahlungen beenden, das Piloten erlaubt, vor Erreichen der gesetzlichen Altersgrenze von 65 Jahren in den Ruhestand zu gehen – finanziell abgesichert durch die Airline. Das Unternehmen argumentiert, die Regelung sei für jene nicht mehr sinnvoll, die bis 65 weiterfliegen. Stattdessen schlägt die Fluggesellschaft vor, die Mittel umzuverteilen, um die regulären Rentenleistungen für alle Piloten um bis zu 50 Prozent zu erhöhen.
Die Airline betont, dass Kollegen, die bereits kurz vor dem Anspruch auf die Überbrückungsrente stehen, diese weiterhin erhalten sollen. Die Gewerkschaft VC lehnt den Plan jedoch kategorisch ab – mit der Begründung, künftige Piloten würden dadurch benachteiligt. Mit wiederholten Arbeitsniederlegungen hat die VC bereits zahlreiche Flüge lahmgelegt und den Druck auf Lufthansa erhöht, von den Plänen Abstand zu nehmen.
Lufthansa verweist unterdessen auf andere große Airlines, die ihre Rentensysteme bereits umgestellt haben. So führte KLM 2022 ein kollektives Beitragsdefiniertes Modell ein und strich die Überbrückungszahlungen für neu eingestellte Piloten. British Airways folgte 2023 mit einem Wechsel zum Career Average Revalued Earnings-System (CARE) im Rahmen eines 3,8-Milliarden-Pfund-Plans zur Sanierung des Rentendefizits. Beide Airlines haben die Regelaltersgrenze nun einheitlich auf 65 Jahre festgelegt – ohne Sonderregelungen für vorzeitigen Ruhestand.
Eine Einigung im Streit ist derzeit nicht in Sicht. Sollte Lufthansa ihren Plan durchsetzen, entfiele die Überbrückungsrente für neue Piloten, während die bestehenden Mittel neu verteilt würden. Die Entscheidung wird zeigen, ob sich die Airline dem Branchentrend anpasst – oder ob sie sich auf einen langwierigen Arbeitskampf einlassen muss.






