Klimaziele in Gefahr: COP28-Präsident Al Jaber lehnt Ausstieg aus fossilen Brennstoffen ab
Franjo HandeKlimaziele in Gefahr: COP28-Präsident Al Jaber lehnt Ausstieg aus fossilen Brennstoffen ab
Der Kampf gegen die globale Erwärmung erleidet nach Angaben von Ottmar Edenhofer, dem Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, einen schweren Rückschlag. Sultan Ahmed Al Jaber, der Präsident der COP28, hat seine Unterstützung für den schrittweisen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen zurückgezogen – eine Entwicklung, die Klimaforscher mit Sorge betrachten.
Edenhofer warnt, dass öl- und gasfördernde Staaten ihre Förderung mithilfe neuer Technologien verlängern wollten. Besonders alarmierend sei ihr Entschluss, Öl und Gas so lange wie möglich zu verkaufen. Die Diskussion um die CO₂-Abscheidung und -Speicherung (CCS) bewertet Edenhofer als besonders riskant.
Er forderte die EU und die USA auf, sich gemeinsam dafür einzusetzen, dass solche Technologien nicht als Rechtfertigung für die weitere Nutzung fossiler Energien dienen. Das EU-Emissionshandelssystem für Gebäude und Verkehr könnte dabei als Vorbild fungieren. Zudem könnte die EU als eine Art Nachfrage-Kartell auf den globalen Märkten agieren, um zu verhindern, dass günstigere fossile Brennstoffe in anderen Regionen an Boden gewinnen.
Die Kehrtwende Al Jabers und die Beharrlichkeit der fossilen Energieexporteure stellen eine erhebliche Bedrohung für die Klimaziele dar. Edenhofers Warnungen unterstreichen die Dringlichkeit abgestimmter Gegenmaßnahmen.
