Klimaökonom Edenhofer warnt: Treibstoffsubventionen verschärfen die Energiekrise statt sie zu lösen
Magdalena HertrampfKlimaökonom Edenhofer warnt: Treibstoffsubventionen verschärfen die Energiekrise statt sie zu lösen
Ein führender Klimaökonom hat die Pläne der Regierung scharf kritisiert, Treibstoffsubventionen einzuführen. Ottmar Edenhofer, Chefökonom am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), argumentiert, dass solche Maßnahmen die Energiesicherheit verschlechtern statt das Problem zu lösen. Stattdessen hätte die Verringerung des Öl- und Gasverbrauchs von Anfang an im Mittelpunkt stehen müssen.
Edenhofer verweist auf die Ölkrise der 1970er-Jahre als besseres Vorbild für die heutigen Herausforderungen. Damals hatten Regierungen den Energiesparvorrang vor Preissubventionen. Er ist überzeugt, dass Europa nun ähnlich vorgehen sollte – durch eine mittelfristige Senkung der Nachfrage.
Seiner Meinung nach würde ein geringerer Verbrauch Europa mehr Einfluss auf die globalen Öl- und Gaspreise verschaffen. Dieser Ansatz käme sowohl den Klimazielen als auch geopolitischen Interessen zugute. Subventionen hingegen würden die Nachfrage nur weiter anheizen, die Preise zusätzlich in die Höhe treiben und vor allem ausländischen Lieferanten nützen.
Anstelle pauschaler Treibstoffsubventionen schlägt Edenhofer gezielte finanzielle Hilfen für einkommensschwache Haushalte vor. So ließen sich die am stärksten von den steigenden Kosten Betroffenen schützen, ohne die Gesamtnachfrage zu erhöhen.
Die Warnungen des Ökonomen unterstreichen die Risiken kurzfristiger Lösungen wie Treibstoffsubventionen. Ohne eine Verringerung der Abhängigkeit von ausländischem Öl und Gas droht Europa anhaltende Preisschwankungen. Sein Vorschlag setzt auf Nachfragesenkung und direkte Unterstützung als nachhaltigere Alternative.






