Kirchen schrumpfen - Bischof setzt auf Zusammenarbeit - Kirchen schrumpfen - Bischof setzt auf Zusammenarbeit
Kirchenaustritte in Deutschland gehen zurück – doch der Trend bleibt
Obwohl die Zahl der Kirchenmitglieder in Deutschland weiter sinkt, hat sich der Rückgang zuletzt etwas verlangsamt. Trotz dieses Trends blickt Osnabrücks katholischer Bischof Dominicus Meier optimistisch in die Zukunft. Er ist überzeugt, dass stärkere Partnerschaften die Rolle der Kirche in der Gesellschaft sichern und ihre wichtigen Dienstleistungen erhalten können.
Der stärkste Mitgliederschwund trat nach Bekanntwerden der Missbrauchsskandale auf. Mittlerweile hat sich die Austrittswelle jedoch etwas abgeflacht. Viele junge Menschen üben zwar weiterhin Kritik an der Kirche, schätzen aber ihre Unterstützung – etwa durch seelsorgerische Begleitung bei der Firmung oder Schuldenberatung, Leistungen, die der Staat nicht mehr finanziert.
Bischof Meier sieht einen klaren gesellschaftlichen Bedarf für das Wirken der Kirche – eine Einschätzung, die seiner Meinung nach auch in der Politik weit verbreitet ist. Um die Position der Kirche zu stärken, plant er Gespräche mit Vertretern des Bundes und wirbt für eine engere Zusammenarbeit innerhalb der katholischen Strukturen. Seine Vorschläge umfassen eine intensivere Kooperation mit dem Synodalen Weg, den Diözesen, Pfarrgemeinden, Ordensgemeinschaften und katholischen Sozialverbänden.
Meier betont zudem die Bedeutung der Zusammenarbeit mit evangelischen Kirchen und anderen Wohlfahrtsorganisationen. Als Beispiel für gelungene Partnerschaften führt er die erfolgreiche Kooperation zwischen dem städtischen Klinikum Osnabrück und dem katholischen Krankenhausträger Niels Stensen an – ein Beweis dafür, dass Zusammenarbeit funktioniert, selbst ohne formelle Fusionen. Nach Ansicht des Bischofs sollten die besten Ideen für eine engere Vernetzung direkt aus den Gemeinden und Einrichtungen kommen.
Die katholische Kirche in Deutschland steht vor anhaltenden Herausforderungen durch sinkende Mitgliederzahlen. Doch Bischof Meiers Fokus auf Partnerschaften – sowohl innerhalb der Kirche als auch mit externen Akteuren – soll ihre Angebote zukunftsfähig halten. Sein Ansatz deutet darauf hin, dass praktische Zusammenarbeit eher als strukturelle Reformen der Kirche helfen könnte, ihren Platz in der Gesellschaft zu bewahren.






