Kfz-Handwerk kämpft um Nachwuchs trotz Rekordausbildung in Deutschland
Magdalena HertrampfKfz-Handwerk kämpft um Nachwuchs trotz Rekordausbildung in Deutschland
Deutschlands Kfz-Handwerk bleibt Spitzenreiter in der Berufsausbildung
Mit 73.500 Auszubildenden ist der deutsche Kfz-Sektor nach wie vor der größte Anbieter dualer Berufsausbildung im Land. Doch die Betriebe stehen vor wachsenden Herausforderungen: Die Nachfrage nach Ausbildungsplätzen ist in den vergangenen fünf Jahren um 15 bis 20 Prozent gestiegen, während es zunehmend schwerer wird, qualifizierte Bewerber zu finden. Der Wandel hin zu Elektrofahrzeugen und digitalen Systemen treibt die Branche um – und zwingt Werkstätten, ihre Ausbildungsansätze zu modernisieren.
Das duale Ausbildungssystem gilt als entscheidend, um den Fachkräftenachwuchs in der Kfz-Reparatur zu sichern. Doch viele Betriebe klagen über zu wenige Bewerbungen oder Kandidaten, denen die nötigen Voraussetzungen fehlen. Selbst wenn Auszubildende starten, brechen nicht wenige die Lehre ab – oft wegen häufiger Fehlzeiten, Unzuverlässigkeit oder Konflikten im Team.
Vom Mechaniker zum Mechatroniker: Tradition trifft auf Hightech Der Beruf des Kfz-Mechatronikers vereint heute klassisches Handwerk mit modernen Anforderungen. Fachkräfte müssen nicht nur Verbrennungsmotoren warten, sondern auch Elektrofahrzeuge instand halten – mit Kenntnissen in Hochvoltsystemen und Software. Die Betriebe erwarten von künftigen Bewerbern vor allem eines: Neugier auf diese neuen Technologien.
Regionale Unterschiede prägend Die Nachfrage nach Ausbildungsplätzen variiert stark. In Bayern und Baden-Württemberg stieg die Zahl der Bewerbungen um 25 Prozent – deutlich über dem Bundesschnitt. Dagegen verzeichneten ostdeutsche Länder wie Sachsen-Anhalt einen leichten Rückgang von etwa fünf Prozent.
Zusammenarbeit als Schlüssel zum Erfolg Branchenvertreter sind sich einig: Nur durch gemeinsame Anstrengungen von Auszubildenden, Mitarbeitern, Betrieben, Innungen und Verbänden lässt sich die Ausbildungsqualität verbessern. Die meisten Werkstätten fordern zudem eine Aktualisierung der Lehrinhalte, insbesondere in den Bereichen Elektrik und Elektronik. Als Reaktion darauf planen die Verbände, die Weiterbildung von Ausbildern auszubauen, digitale Lehrmaterialien zu entwickeln und Kampagnen zu starten, um junge Talente zu gewinnen.
Elektrifizierung und Digitalisierung verändern die Ausbildung Die Kfz-Branche steht vor einem rasanten Wandel: Während die Nachfrage nach Ausbildungsplätzen steigt, mangelt es an qualifizierten Bewerbern. Entscheidend wird sein, die Lehrinhalte zu modernisieren und die Nachwuchsgewinnung zu stärken. Werkstätten und Verbände setzen daher auf bessere Vorbereitung der Ausbilder und ansprechendere Lernmethoden, um die nächste Generation von Fachkräften zu sichern.






