Junge Generation zwischen Zukunftsangst und politischer Entfremdung in Deutschland
Magdalena HertrampfJunge Generation zwischen Zukunftsangst und politischer Entfremdung in Deutschland
Deutschlands jüngere Generation kämpft mit wachsender Unzufriedenheit
Viele junge Menschen fühlen sich politisch ignoriert und blicken mit Sorge in die Zukunft. Eine neue Studie offenbart tiefe Verunsicherung angesichts von Schulden, psychischen Belastungen und beruflichen Perspektiven – während das Vertrauen in die Regierung auf einem Tiefstand bleibt.
Finanzielle Nöte und psychische Belastungen Geldsorgen prägen den Alltag: 23 Prozent der jungen Erwachsenen geben an, verschuldet zu sein. Die explodierenden Wohnkosten verschärfen die wirtschaftliche Lage zusätzlich. Gleichzeitig leidet fast die Hälfte (49 Prozent) unter Stress, 36 Prozent fühlen sich erschöpft. Viele beschreiben ihren Umgang mit dem Smartphone als "suchtartig" – einige suchen inzwischen Rat bei KI-gestützten Beratungsangeboten.
Politische Entfremdung und Radikalisierungstendenzen Das Misstrauen gegenüber der Politik ist frappierend: Nur 14 Prozent der Befragten trauen der Regierung zu, "das Richtige" zu tun. Stattdessen wächst die Zustimmung zu Parteien an den Rändern des politischen Spektrums: Die Linke liegt mit 25 Prozent erstmals als stärkste Kraft bei jungen Wähler:innen, während 20 Prozent die rechtspopulistische AfD bevorzugen. Der Jugendforscher Professor Klaus Hurrelmann fordert neue Formen der politischen Teilhabe und einen echten Dialog zwischen den Generationen über die Zukunftsfragen des Landes.
Zukunftsangst und Auswanderungspläne Die Unsicherheit treibt viele in die Emigration: Nur die Hälfte der jungen Menschen ist zuversichtlich, was ihre berufliche Laufbahn angeht. 21 Prozent planen konkret, Deutschland zu verlassen, weitere 41 Prozent könnten sich dies langfristig vorstellen. Dies spiegelt das Gefühl wider, in der deutschen Gesellschaft übergangen und nicht gehört zu werden.
Eine Generation am Scheideweg Die Ergebnisse zeigen eine Jugend, die mit prekären Finanzverhältnissen, psychischen Krisen und politischer Frustration ringt. Angesichts des schwindenden Vertrauens in Institutionen und der Zunahme extremistischer Tendenzen unterstreicht die Studie die Dringlichkeit, die Anliegen junger Menschen ernst zu nehmen. Dass viele Auswanderung als realistische Option sehen, ist ein weiteres Alarmsignal – und ein Zeichen für die wachsende Distanz zu der Richtung, die Deutschland derzeit einschlägt.






