Jagdunfall in Niedersachsen: 59-Jährige lebensgefährlich durch Schrotflinte verletzt
Magdalena HertrampfJagdunfall in Niedersachsen: 59-Jährige lebensgefährlich durch Schrotflinte verletzt
Schwerverletzte Frau bei Jagdunfall in Barssel und Harkebrügge – Polizei sucht Schützen
Eine 59-jährige Frau wurde am Samstag, dem 7. Dezember 2024, bei einem Schussunfall während einer Bewegungsjagd in der Nähe von Barssel und Harkebrügge lebensgefährlich verletzt. Der Vorfall ereignete sich gegen 15:30 Uhr, als sich die Frau auf ihrem eigenen Grundstück vor ihrem Haus aufhielt. Die Polizei wurde erst mehrere Stunden später alarmiert und fahndet nun nach dem verantwortlichen Schützen.
Die Frau wurde von einer Schrotflintenladung getroffen, die einer der Jäger abgefeuert hatte. Sie erlitt lebensbedrohliche Verletzungen und wurde notfallmäßig in ein nahegelegenes Krankenhaus gebracht.
Die Interessengemeinschaft IG Wild beim Wild fordert nach dem Vorfall strengere Regelungen. Sie verlangt jährliche medizinische und psychologische Überprüfungen für Hobbyjäger – ähnlich wie im niederländischen System – sowie eine Altersobergrenze für Teilnehmer. Die Gruppe argumentiert, dass tödliche Schusswaffen nicht in den Händen älterer Jäger mit minimaler Kontrolle liegen sollten.
Laut Statistik steigt die Zahl der Jagdunfälle – sowohl mit Beteiligung von Menschen als auch Tieren – ab einem Alter von 45 Jahren deutlich an. Offizielle Aufzeichnungen verzeichnen in den vergangenen fünf Jahren (2021–2025) zwölf tödliche Jagdunfälle in Deutschland, bei denen fünf Menschen starben und etwa 20 schwer verletzt wurden. Die größte Altersgruppe unter den Freizeitjägern ist die der über 65-Jährigen, von denen viele unter altersbedingten Einschränkungen wie Sehschwäche, kognitiven Beeinträchtigungen und verlangsamten Reaktionszeiten leiden.
Die Polizei in Friesoythe bittet Zeugen, sich mit Hinweisen zur Jagd zu melden. Die Ermittler suchen weiterhin nach dem Schützen, der den Schuss abgegeben hat. Der Vorfall hat die Forderungen nach schärferen Kontrollen im Bereich der Freizeitjagd, insbesondere für ältere Teilnehmer, neu entfacht. Zeugen werden aufgefordert, sich mit relevanten Informationen an die Polizeidirektion Friesoythe zu wenden.






