21 April 2026, 06:27

Industrie fordert Reformen auf der Hannover Messe – sonst drohen bleibende Schäden

Ein detailliertes historisches Plakat der ersten Grafschaft Tirol-Karte, das geographische Merkmale wie Flüsse, Berge und Städte zeigt, begleitet von erläuterndem Text.

Industrie fordert Reformen auf der Hannover Messe – sonst drohen bleibende Schäden

Deutsche Industrieführer drängen Regierung zu umfassenden Reformen auf der Hannover Messe

Die Spitzen der deutschen Industrie haben die Bundesregierung aufgefordert, auf der diesjährigen Hannover Messe weitreichende Reformen voranzutreiben. Die Forderungen kommen zu einer Zeit, in der das Wirtschaftswachstum weiterhin brüchig bleibt – belastet durch anhaltende Konflikte und verzögerte politische Weichenstellungen, die die Erholung bremsen. Wirtschaftsverbände warnen, dass ohne entschlossenes Handeln langfristige Schäden für die Industrie dauerhaft werden könnten.

Noch bis Ende 2025 hatte sich die Stimmung in der Wirtschaft langsam verbessert. Doch die Spannungen im Iran und weitere Herausfahrten zu Jahresbeginn dämpften die Zuversicht. Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) prognostiziert nun für 2026 nur noch ein magere Steigerung der Produktion im Maschinen- und Anlagenbau um ein Prozent.

Der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) blickt etwas optimistischer in die Zukunft und erwartet ein Produktionsplus von zwei Prozent – vorausgesetzt, die Lage im Iran stabilisiert sich bis Mitte des Jahres. Zudem setzen die Industrievertreter große Hoffnungen auf milliardenschwere Rüstungsinvestitionen, die die Umsätze aus Verteidigungsaufträgen innerhalb von drei bis fünf Jahren verdoppeln könnten.

Auf der Messe forderte VDMA-Präsident Bertram Kawlath strukturelle Reformen für ein nachhaltiges Wachstum. Dazu gehöre die Senkung der Unternehmenssteuern, eine Deckelung der Sozialabgaben, flexiblere Regelungen zur Wochenarbeitszeit sowie eine Anhebung des Renteneintrittsalters. Ohne diese Maßnahmen drohten der Industrie "nicht mehr umkehrbare Schäden", warnte Kawlath.

ZVEI-Präsident Gunther Kegel unterstrich die Dringlichkeit und betonte, der Reformstau müsse "endlich angepackt" werden. Beide Verbandschefs waren sich einig: Nur mit konkreten politischen Weichenstellungen lasse sich das künftige Wachstum sichern.

Die Erholung der Industrie hängt nun von politischen Kurskorrekturen und globaler Stabilität ab. Ein moderater Aufschwung ist möglich, falls sich die Lage im Iran beruhigt und die geplanten Rüstungsinvestitionen Realität werden. Doch ohne tiefgreifende Reformen, so die Warnung der Industrieführer, werde das Risiko für die langfristige Wettbewerbsfähigkeit weiter steigen.

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