06 May 2026, 08:44

"Heimat" in Mainz: Wie ein Restaurant zum Ziel von Hass und Extremismus wird

Ein Berliner Restaurant mit Holztischen und -stühlen vor einem großen Fenster, das Fußgänger, Gebäude und Straßenelemente zeigt.

"Heimat" in Mainz: Wie ein Restaurant zum Ziel von Hass und Extremismus wird

Ein Restaurant in Mainz namens Heimat ist zum Zentrum eines erbitterten Streits geworden. Der Besitzer Veli Ivecen, ein türkisch-kurdischer Koch, eröffnete das Lokal, um deutsche, türkische und kurdische Küche zu vereinen. Statt Anerkennung sieht sich der 45-Jährige nun jedoch einer unerbittlichen Hetzkampagne von sowohl links- als auch rechtsextremen Gruppen ausgesetzt.

Die Angriffe reichen von Vandalismus und digitalen Hassbotschaften bis hin zu nazistischen Beleidigungen, die direkt gegen Ivecen gerichtet sind. Auslöser der Kontroverse war bereits der Name des Restaurants: Heimat – ein Begriff, der für Ivecen einladende Gastfreundschaft und Verbundenheit mit Mainz symbolisieren sollte. Kritiker warfen ihm vor, damit eine politische Aussage treffen zu wollen – eine Unterstellung, die er vehement zurückweist.

Doch die Feindseligkeit eskalierte schnell. Unbekannte beschmierten die Fassade mit dem Spruch „Das hier ist meine Heimat, nicht deine“. Vor dem Restaurant zeigten Demonstranten den Hitlergruß und brüllten nazistische Parolen in Ivecens Richtung. Im Netz wurden sein privater Instagram-Account und sein E-Mail-Postfach mit Hassnachrichten überflutet. Selbst im Inneren des Lokals kam es zu direkten Konfrontationen mit Gästen.

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Angesichts der anhaltenden Angriffe zog Ivecen zunächst in Erwägung, den Namen Heimat zu ändern. Nach reiflicher Überlegung entschied er sich jedoch, standhaft zu bleiben. Konstruktive Kritik an seinem kulinarischen Konzept nimmt er weiterhin ernst – die persönlichen und politischen Attacken weist er hingegen entschlossen zurück. Seine Entschlossenheit ist ungebrochen: Die Idee, deutsche, türkische und kurdische Aromen zu verschmelzen, wird er weiterverfolgen.

Der Fall offenbart tiefe gesellschaftliche Gräben. Während einige die kulturelle Vermischung der Küchen hinterfragen, nutzen andere die Debatte gezielt, um extremistische Agenden voranzutreiben. Ivecen jedoch lässt sich vom Lärm nicht beirren – sein Traum von einem Ort der Begegnung für alle bleibt unverändert.

Trotz der anhaltenden Anfeindungen hat Heimat unter seinem ursprünglichen Namen geöffnet. Ivecen und sein Team servieren weiterhin ihre Fusion-Küche – unbeeindruckt von Vandalismus, Hass und politischen Angriffen. Die Zukunft des Restaurants hängt nun davon ab, ob seine Botschaft der Offenheit den Sturm der Ablehnung überdauern kann.

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