Happel und Nocker: Zwei Theaterlegenden, ein Konflikt über Kunst und #MeToo
Elfie ZiegertHappel und Nocker: Zwei Theaterlegenden, ein Konflikt über Kunst und #MeToo
Zwei der bekanntesten Theaterpersönlichkeiten Österreichs, Maria Happel und Paula Nocker, gehen mit Kritik und öffentlicher Debatte höchst unterschiedlich um. Beide begannen ihre Karrieren bereits mit acht Jahren, doch heute trennen sie Welten in der Frage, wie mit Kontroversen umgegangen werden soll. Während sich die eine auf eine große Premiere vorbereitet, reflektiert die andere über gesellschaftlichen Wandel und die #MeToo-Bewegung.
Maria Happel befindet sich derzeit in den letzten Proben zu Der heilige Falstaff am Wiener Burgtheater – der österreichischen Erstaufführung eines Stücks, das von Shakespeares Heinrich IV. inspiriert ist. Ihre Laufbahn war geprägt von Höhen wie der Auszeichnung zur „Österreicherin des Jahres“, aber auch von Herausforderungen, etwa ihrem Rückzug vom Reinhardt Seminar. Vorwürfe, sie habe zu wenig Zeit und Aufmerksamkeit für die Studierenden gehabt, führten damals zu ihrem Rücktritt als Leiterin.
Paula Nocker hingegen probt Mythen des Alltags, eine Koproduktion des Volkstheaters mit den Wiener Festwochen. Anders als Happel bekennt sie sich offen zur #MeToo-Bewegung und betont, wie wichtig es ist, dass die Gesellschaft Machtverhältnisse und Einvernehmlichkeit weiter hinterfragt. Die beiden Frauen, die als Nachbarinnen mit Töchtern auf derselben Etage leben, könnten in ihrer Haltung zu öffentlicher Kritik kaum unterschiedlicher sein.
Happel argumentiert, dass Mütter heute ihre Kinder – Söhne wie Töchter – so erziehen, dass sie das Wort „Nein“ verstehen. Nocker hingegen setzt sich aktiv mit den größeren kulturellen Verschiebungen auseinander, insbesondere wenn es um Verantwortung und Geschlechterrollen geht.
Die gegensätzlichen Wege von Happel und Nocker zeigen, wie Künstlerinnen zwischen ihrem künstlerischen Schaffen und gesellschaftlichen Erwartungen navigieren. Die eine konzentriert sich auf ihre aktuelle Bühnenarbeit, die andere engagiert sich für sozialen Wandel. Ihre unterschiedlichen Herangehensweisen spiegeln die größeren Debatten über Tradition, Verantwortung und die Rolle der Kunst in der Gesellschaft wider.






