29 June 2026, 14:27

Grüne reformieren Satzung nach Belästigungsskandal um Gelbhaar

Grüne Party setzt neue Regeln gegen sexuelle Belästigung

Grüne reformieren Satzung nach Belästigungsskandal um Gelbhaar

Die Grünen haben eine neue Satzung eingeführt, um sexuelle Belästigung innerhalb der eigenen Reihen zu bekämpfen. Der Schritt erfolgt ein Jahr, nachdem eine interne Kommission die Behandlung eines prominenten Falls durch die Partei kritisiert hatte, in dem es um Stefan Gelbhaar ging.

Der Bericht der Kommission deckte gravierende Mängel im Ombudsverfahren auf, das im Fall Gelbhaar angewendet worden war. Darin wurden unklare Definitionen und Verstöße gegen den rechtlichen Verfahrensablauf bemängelt, die – wie die Partei einräumt – für politische Zwecke ausgenutzt wurden. Gelbhaar konnte sich daher 2021 nicht angemessen gegen die gegen ihn erhobenen Belästigungsvorwürfe verteidigen. In der Folge verlor er die Nominierung als Direktkandidat im Berliner Bezirk Pankow für die Bundestagswahl desselben Jahres.

Nach den neuen Regeln sollen die Beschwerdeausschüsse künftig stärker auf Vermittlung setzen, statt Sanktionen zu verhängen. Disziplinarmaßnahmen werden stattdessen von den parteiinternen Schiedsgerichten behandelt. Die Satzung sieht zudem Maßnahmen vor, um Interessenkonflikte zu vermeiden und die Vertraulichkeit zu wahren. Bei Verdacht auf Straftaten werden Betroffene an externe Beratungsstellen verwiesen und über ihr Recht informiert, Anzeige zu erstatten.

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Ziel der Reformen ist es, die Rollen der verschiedenen Gremien klarer zu definieren und für alle Beteiligten fairere und transparente Verfahren zu gewährleisten. Die Grünen haben damit ihre internen Abläufe zur Bearbeitung von Belästigungsfällen grundlegend überarbeitet. Die Änderungen folgen einer kritischen Überprüfung der bisherigen Praxis und sollen mehr Gerechtigkeit und Verantwortlichkeit sicherstellen. Das neue System wird auf künftige Fälle innerhalb der Partei angewendet.

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