Grüne lehnen verpflichtenden Nationaldienst für junge Erwachsene ab
Elfie ZiegertGrüne lehnen verpflichtenden Nationaldienst für junge Erwachsene ab
Die Basis der Grünen hat einen Vorschlag für die Einführung eines verpflichtenden nationalen Dienstes für junge Menschen abgelehnt. Der gescheiterte Plan hätte vorgesehen, dass Männer und Frauen bis zum Alter von 28 Jahren entweder militärische oder zivile Dienste leisten müssten. Zwei separate Anträge zu Dienstprogrammen erhielten bei dem digitalen Parteitag der Grünen in Hannover nicht genug Unterstützung.
Der bayerische Grünen-Abgeordnete Niklas Wagener hatte den Antrag für einen Pflichtdienst eingebracht und argumentiert, dieser stärke die demokratische Widerstandsfähigkeit. Unterstützung erhielt er dabei von seinem Parteikollegen Anton Hofreiter. Kritiker innerhalb der Partei, darunter die Co-Sprecherin der Grünen Jugend, Henriette Held, verurteilten die Idee jedoch als Angriff auf die persönliche Freiheit.
Auch ein zweiter Antrag für ein freiwilliges Dienstprogramm scheiterte. Die Grünen-Politikerin Franziska Brantner, die hinter der Initiative stand, sah ihren Vorschlag ebenfalls an mangelnder Zustimmung scheitern. Die Ablehnung beider Vorhaben zeigt eine klare Haltung der Parteibasis gegen eine Ausweitung nationaler Dienstpflichten. Wagener verteidigte seine Position und betonte, ein verpflichtender Dienst könne das bürgerliche Engagement fördern. Doch die Online-Abstimmung offenbarten starken Widerstand – weder Pflicht- noch Freiwilligendienste haben nun eine Perspektive.
Mit dieser Entscheidung der Grünen sind sowohl verpflichtende als auch freiwillige Modelle eines nationalen Dienstes vorerst vom Tisch. Das Ergebnis spiegelt die Präferenz der Mitglieder wider, staatlich verordnete Verpflichtungen für junge Erwachsene zu vermeiden. Sowohl Wageners als auch Brantners Initiativen werden nach der Abstimmung nicht weiterverfolgt.






