Großrazzien in Niedersachsen: Hunderte Verdachtsfälle bei Kontrollen gegen Schwarzarbeit aufgedeckt
Grzegorz LoosGroßrazzien in Niedersachsen: Hunderte Verdachtsfälle bei Kontrollen gegen Schwarzarbeit aufgedeckt
Behörden in Niedersachsen haben eine Reihe groß angelegter Kontrollen durchgeführt, um illegale Beschäftigung und Steuerhinterziehung zu bekämpfen. Die Einsätze fanden im März 2026 und September 2025 statt und umfassten Hunderte Beamte, die in mehreren Städten Unternehmen überprüften. Bei den Razzien wurden Hunderte mutmaßliche Verstöße aufgedeckt; weitere Ermittlungen laufen derzeit.
Die jüngste Aktion erfolgte im März 2026, als Niedersachsen über mehrere Tage hinweg koordinierte Kontrollen durchführte. Zwischen dem 14. und 18. März überprüften kommunale Teams und Zollbeamte 372 Betriebe in Braunschweig, Bremen, Hannover, Oldenburg und Osnabrück. Dabei identifizierten sie 429 Verdachtsfälle illegaler Beschäftigung unter 865 Arbeitnehmern im Handelssektor. Bereits am 10. März hatte die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) bundesweit rund 3.200 Beamte eingesetzt, um die Baubranche zu überprüfen.
Im September 2025 zielte eine separate Operation auf Ahlhorn ab, wo etwa 100 Beamte von Zoll, Polizei und lokalen Behörden zehn Bars und Läden entlang der Wildeshauser Straße und "Am Lemsen" kontrollierten. Die Überprüfungen dauerten bis etwa 21:30 Uhr und führten zu zeitweisen Straßensperrungen. Die Prüfer untersuchten Personalakten, die Einhaltung des Mindestlohns und die Befolgung des Arbeitsrechts. Zudem beschlagnahmten sie aus einem Safe möglicherweise gefälschte Dokumente und konfiszierten ein Kilogramm nicht versteuerten Shisha-Tabak, was zu Steuerhinterziehungsverfahren gegen einen Geschäftsinhaber führte.
Im Rahmen derselben Aktion wurde in zwei weiteren Betrieben unversteuerter Kaffee entdeckt. Die Inhaber mussten Steuernachzahlungen und Zollgebühren leisten. Unterdessen befragten Zollbeamte sechzehn Personen und prüften sechs Geschäftsdokumentationen, fanden dabei jedoch keine Unregelmäßigkeiten.
Die Kontrollen förderten zahlreiche Verstöße gegen Arbeits- und Steuerrecht zutage. Die Behörden zogen ausstehende Steuern ein und leiteten weitere Ermittlungen ein. Offizielle Stellen bestätigten, dass ähnliche gemeinsame Einsätze fortgesetzt werden, um durch enge Abstimmung zwischen den Behörden Schwarzarbeit und Steuerbetrug wirksam zu bekämpfen.






