Gorleben bleibt Streitpunkt: Atommüll-Lager droht jahrzehntelange Verzögerung
Franjo HandeGorleben bleibt Streitpunkt: Atommüll-Lager droht jahrzehntelange Verzögerung
Deutschlands Suche nach einem Endlager für Atommüll droht weitere Verzögerungen – der Prozess könnte sich nun über Jahrzehnte hinziehen. Unterdessen bleibt das Zwischenlager Gorleben ein zentraler Streitpunkt, da die erste Genehmigung für den Standort 2034 ausläuft.
Die Anlage in Gorleben, zwischen 1982 und 1983 erbaut, steht wegen ihrer dünnen Wände und des flachen Daches in der Kritik. Die Lagerhalle verfügt über lediglich 50 Zentimeter dicke Mauern und eine 20 Zentimeter starke Dachplatte – nach Ansicht von Gegnern ein unzureichender Schutz. Lokale Aktivisten warnen, das Gebäude sei anfällig für Angriffe, und fordern einen modernen Ersatzbau.
2024 begann die BGZ Gesellschaft für Zwischenlagerung mit dem Bau einer zehn Meter hohen Schutzwand um das Gelände. Nach öffentlichem Druck wurde zudem eine Flugverbotszone eingerichtet, doch Anwohner berichten von häufigen Verstößen. Trotz dieser Maßnahmen hat die BGZ einen Antrag auf Verlängerung der Betriebsgenehmigung für Gorleben um weitere 20 Jahre gestellt.
Der Gorleben-Antrag könnte Schulcharakter für andere Zwischenlager in Deutschland haben. Kritiker bestehen jedoch darauf, dass statt provisorischer Lösungen endlich langfristige Sicherheitskonzepte entwickelt werden müssen.
Die erste Genehmigung für ein Atommüll-Zwischenlager in Deutschland läuft 2034 aus. Gorlebens Rolle als Vorbild für andere Standorte könnte künftige Entscheidungen prägen. Die Suche nach einem Endlager hingegen geht weiter – ohne absehbares Ende.
