Gorleben: Atomlager soll bis 2054 weiterlaufen – trotz Sicherheitsbedenken
Franjo HandeGorleben: Atomlager soll bis 2054 weiterlaufen – trotz Sicherheitsbedenken
Deutschlands Atomlager Gorleben soll 20 Jahre länger betrieben werden
Die Betriebsgenehmigung für das nukleare Zwischenlager Gorleben soll um 20 Jahre verlängert werden. Die aktuelle Erlaubnis läuft 2034 nach vier Jahrzehnten Nutzung aus. Mit der Entscheidung wollen die Behörden sicherstellen, dass die regelmäßigen Sicherheitsüberprüfungen für die Zwischenlagerung hochradioaktiver Abfälle weiterhin gewährleistet sind.
Die Anlage wurde zwischen 1982 und 1983 errichtet und verfügt über dünnere Wände und Decken als neuere Zwischenlager. Derzeit lagern dort 113 CASTOR-Behälter, die in 13 Transporten zwischen 1995 und 2011 angeliefert wurden. Jeder dieser Transporte löste damals massive Proteste aus.
Das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) wird das Genehmigungsverfahren für die Verlängerung steuern. Die Verantwortlichen begründen den Schritt damit, dass so die regelmäßigen Sicherheitskontrollen aufrechterhalten und das Fachwissen der Beteiligten erhalten bleibe.
Kritiker, darunter die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüneburg-Dannenberg, äußern jedoch Bedenken. Sie stellen die Standfestigkeit und Sicherheitsvorkehrungen der alternden Anlage infrage. Umweltaktivisten lehnen die Verlängerung sowie die langfristige Lagerung radioaktiver Abfälle weiterhin ab.
Mit der Verlängerung könnte das Lager bis 2054 betrieben werden. Ziel ist es, die kontinuierliche Überwachung der eingelagerten Abfälle zu sichern und das technische Know-how zu bewahren. Die Entscheidung fällt im Rahmen der anhaltenden Debatten über die Sicherheit und Zukunft der Atommulllagerung in Deutschland.
